17.000 Pflanzen auf der MA 48-Zentrale

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10 Jahre Grünfassade der MA 48 Zentrale. © C.Fürthner/MA 20

Zehn Jahre ist es her, dass die Wiener Magistratsabteilung 48, zuständig für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark, die Fassade ihrer Zentrale am Wiener Gürtel begrünt hat. Die Bilanz der Stadt nach der ersten Dekade fällt positiv aus: Die Begrünung dient als natürliche Klimaanlage, als Lärm- und Fassadenschutz und außerdem sieht sie auch noch hübsch aus.

Anstelle einer konventionellen Sanierung der in die Jahre gekommenen Fassade entschloss sich die MA 48 im Jahr 2009 für die Durchführung eines eigenen Pilot-Projekts zur Fassadenbegrünung im großen Maßstab. Die Umsetzung der in Österreich – und damals auch in Europa – größten Grünfassade erfolgte in Rekordzeit. Rund 2.850 Laufmeter Aluminiumschalen wurden auf einer vertikalen Fassadenfläche von rund 850 m2 mit Stauden, Grasnelken, Lavendel, Gräsern und Kräutern wie Thymian bepflanzt. Insgesamt wurden rund 17.000 Pflanzen eingesetzt. Die Fassade des Amtsgebäudes erweckt den eher untypischen Eindruck einer bunten „Kräuterwiese“ mitten am Gürtel. Das hat nicht nur einen kühlenden Effekt, sondern wirkt sich auch positiv auf das persönliche Wohlbefinden von MitarbeiterInnen, NachbarInnen und PassantInnen aus. Grünfassaden beeinflussen auf natürliche Weise das Kleinklima durch Wasserverdunstung und wirken als lokale, natürliche Klimaanlage.

Positive Effekte der Grünfassadengestaltung an der Zentrale der MA 48:
• Mikroklima: Die Blätter erhöhen die Luftfeuchtigkeit und kühlen als natürliche Klimaanlage die Umgebung.
• Schutz der Bausubstanz vor direkter UV-Einstrahlung, Schlagregen und Schmutzablagerungen.
• Lärmschutz: Schallwellen werden geschluckt und wesentlich weniger reflektiert.
• Ästhetik: Die vertikale Blumenwiese am Gürtel in Wien.
• Behaglichkeit: Durch erhöhte Luftfeuchtigkeit sinkt auch die Temperatur.
• Klimaschutz: 5.600 kg gebundenes CO2 pro Jahr.
• Kühlleistung: 135 kW pro Jahr (entspricht 45 Klimageräten mit je 3.000 Watt und acht Stunden Betriebsdauer)

So hat das Gebäude vor der Begrünung ausgesehen. © MA 48

Die Zentrale war erst der Anfang
Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt hat die MA 48 noch die Dächer vom Behälterlogistikzentrum in Wien 22 und vom Mistplatz Stammersdorf begrünt. Außerdem bekam das „House of Mist“ am Rautenweg eine Dach- und Fassadenbegrünung. Heuer folgen noch die Mistplätze Favoriten, Blumental und Hernals mit Fassaden- und Dachbegrünungen.

Grünfassaden auch für Private
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Vertikalbegrünungen in der ganzen Stadt. Die Stadt Wien fördert diese im Rahmen der Klimaschutz- und Cooling-Maßnahmen. „Das Pilotprojekt der MA 48 sorgte von Beginn an über die Grenzen Wiens und Österreichs hinaus für viel Beachtung und Interesse. Wir begrünen im Rahmen der Offensiven für die Klimamusterstadt jährlich 10 städtische Fassaden, wie etwa aktuell das U-Bahn-Gebäude Spittelau und fördern zugleich Grünfassaden für Private im großen Maßstab – denn natürliche Klimaanlagen sind ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und machen Grätzl auch bunter und artenreicher“, so Umweltstadträtin Ulli Sima.

Gefördert werden Fassadenbegrünungen mit bis zu maximal 5.200 Euro, Dachbegrünungen mit maximal 20.200 Euro und Innenhofbegrünungen mit bis zu 3.200 Euro. Das Fördervolumen für Begrünungsmaßnahmen wurde durch die Stadt bis 2023 auf eine Million Euro aufgestockt.

Nähere Informationen: www.umweltschutz.wien.at/raum/

Die wichtigsten Fragen rund um Fassadenbegrünung sind eigens in einer Broschüre zusammengefasst worden, die Broschürenbestellservice der Stadt Wien zum kostenlosen Download bereitsteht:
https://www.wien.gv.at/wienatshop/Gast_bestellservice/Start.aspx?Artikel=550669