48er Depo-Days: Ausflug auf die Deponie

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Umweltstadträtin Ulli Sima, SPÖ Klubvorsitzender Josef Taucher, Bezirksvorsteher des 22. Bezirkes Ernst Nevrivy (sitzend) und Abteilungsleiter Josef Thon (stehend) bei den 48er Depo Days (©) feelimage/Matern

Am letzten Septemberwochenende lud die Wiener Magistratsabteilung 48, unter anderem zuständig für Abfallwirtschaft, zum Outdoor-Event mit Live-Musik auf die Deponie Rautenweg ein. Rund 800 Besucherinnen und Besucher kamen auf die Deponie, selbstverständlich unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Neben einem guten Musikprogramm und unterhaltsamen Physikstunden mit Werner Gruber bekamen die Besucherinnen und Besucher auch die Gelegenheit, die Deponie bei einer Wanderung oder einer Fahrt mit dem Bummelzug kennenzulernen, dabei mehr über funktionierende Abfallwirtschaft zu lernen und mit etwas Glück auch auf die Pinzgauer Ziegen zu treffen. Diese Tiere, die einer alten, inzwischen selten gewordenen Haustierrasse angehören, wohnen nämlich auf der Deponie und fungieren als natürliche Rasenmäher.

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Lagerung von Rückständen aus der Müllverbrennung
Das Areal der Deponie Rautenweg umfasst eine Fläche von etwa 60 Hektar und besteht seit den 1960er-Jahren. Mit über 23 Millionen Kubikmeter genehmigtem Schüttvolumen ist sie die größte Deponie Österreichs, das seit den 1980er Jahren von einem Dichtwandkammersystem umschlossen ist, um das Grundwasser zu schützen. In den letzten 55 Jahren wurden über zehn Millionen Kubikmeter an Abfällen abgelagert. Heute dient die Deponie nur mehr zur Ablagerung von aufbereiteten, geruchlosen Rückständen aus den Wiener Müllverbrennungsanlagen. Aus einer Tonne Restmüll entstehen bei der thermischen Behandlung circa 27 Prozent Verbrennungsrückstände, das heißt Schlacken und Aschen, welche zehn Prozent des Restmüllvolumens aufweisen. Auch diese Abfälle müssen ordnungsgemäß entsorgt werden – bis zu 200.000 Tonnen Verbrennungsrückstände gelangen pro Jahr auf die Deponie Rautenweg.

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Neben modernsten Entsorgungsmethoden setzt die MA 48 auch auf Artenschutz auf der Deponie. Sie bietet aufgrund der steppenartigen Beschaffenheit für viele Pflanzen, Säugetiere, Vögel und Insekten einen einzigartigen Lebensraum. Die Deponie bietet ein Rückzuggebebiet für viele Tierarten und eine einzigartige Vegetation. So findet man den Bocksdorn, verschiedenste Disteln und Rosenarten, Rauken, Greiskraut, Königskerzen, Karde oder Rittersporn. An besonders trockenen Stellen gibt es mit dem Zwerg-Schneckenklee eine Pflanze, die sogar auf der roten Liste bedrohter Pflanzen steht. Manche Tierarten haben sich erst wegen des Deponiebetriebes angesiedelt, der ideale Lebensbedingungen liefert. So fühlt sich die Haubenlerche, ein Halbsteppenvogel, welche eine gemäß Wiener Naturschutzgesetz eine streng geschützte Art mit Lebensraumschutz im gesamten Stadtgebiet ist, auf der Deponie Rautenweg besonders wohl.

Auf der Deponie Rautenweg gibt es auch außerhalb der Depo-Days immer wieder Besichtigungstermine und Führungen.
Nähere Informationen unter 01/588 17-48021, E-Mail: besichtigung[at]ma48.wien.gv.at

Fotos: feelimage/Matern