80% Recyclingquote bei Glasverpackungen

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Harald Hauke © Austria Glas Recycling/Daniel Willinger

Im vergangenen Jahr haben die ÖsterreicherInnen fleißig Gurkengläser, Glasflaschen, Flacons oder Medizinflaschen gesammelt. Laut Austria Glas Recycling kamen im Jahr 2021 so rund 266.700 Tonnen Altglas zusammen, die wiederverwertet werden können.

Harald Hauke, Geschäftsführer der Austria Glas Recycling, einem Unternehmen der ARA, betont: „Die Menschen in Österreich wissen um die Bedeutung von Glasrecycling. Im Durchschnitt entsorgte jeder im Haushalt knapp 29 Kilogramm Altglas sorgfältig im Glassammelbehälter. Das ist ein einfacher und sehr wirksamer Beitrag zu Hygiene und Sauberkeit und natürlich zum Umwelt- und Klimaschutz.“

Kreislaufwirtschaftliche Systeme wie zum Beispiel Glasrecycling nützen zudem der heimischen Wirtschaft, denn sie sichern die Rohstoffversorgung der Industriebetriebe. Volkswirtschaftlich betrachtet liegen die Vorteile von Kreislaufwirtschaft in einer geringeren Abhängigkeit von Rohstoffimporten und in der Schaffung von nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Glas ist perfekt für die Kreislaufwirtschaft
Aus Glasverpackungen können neue Glasverpackungen produziert werden. Und das immer und immer wieder bei stets gleichbleibender Qualität. Harald Hauke weiter: „Glasrecycling gilt für viele als die Mutter des Recyclings, als Königsdisziplin. Das Material Glas ist hervorragend für die Circular Economy geschaffen.“
Spezielle Glasflaschen eignen sich außerdem für die Nutzung als Mehrweggebinde. Diese können gewaschen und wieder befüllt werden. „Recycling und Mehrwegkreisläufe sind kommunizierende Gefäße der Kreislaufwirtschaft. Wichtig ist, dass kein einziges Glasgebinde im Restmüll landet. Dort ist es verloren. Jede Glasverpackung gehört entweder im Materialkreislauf recycelt oder im Verpackungskreislauf wieder befüllt“, erklärt Hauke.

In Österreich stehen drei Glaswerke von internationalem Rang, die seit den 1970er Jahren Altglas zu neuem Glas verarbeiten: Zwei Werke der Vetropack Austria in Kremsmünster/Oberösterreich und Pöchlarn/Niederösterreich, ein Werk der Stoelzle Oberglas in Köflach/Steiermark.

45 Jahre Glasrecycling in Österreich
1976 unternahm die Vorläuferorganisation der Austria Glas Recycling – vorerst im Umfeld der Glaswerke – einzelne Glassammelaktionen. Bereits 1977 wurde österreichweit mit einem flächendeckenden Behältersystem durchgestartet. Für 1978 weist die Statistik laut Austria Recycling ein Sammelergebnis von 28.187 Tonnen auf.
Seit 1976 wurden so über sechs Millionen Tonnen Altglas der Glasindustrie wieder als Rohstoff übergeben.

2022: das Jahr des Glases
Die Vereinten Nationen riefen 2022 zum internationalen Jahr des Glases aus – als Bekräftigung und Unterstützung der Agenda 2030, der Sustainable Development Goals (SDGs).

Die Gründe sind unter anderem:

• Das Material Glas begleitet die Menschheit seit Jahrhunderten, bereichert die Lebensqualität von Millionen Menschen und ist das wichtigste und wandlungsfähigste Material der Geschichte. Glas wird in mannigfachen Bereichen genutzt – von der Luftfahrt über Kunst zur Gesundheitsvorsorge und Aufbewahrung/Verpackung.

• Technologien wie Glaspaneele für Photovoltaik, Glasfasern, ultradünnes Sensorglas bieten vielfältige Entwicklungschancen und fördern weitere Innovationen, die die Transformation der Welt im Sinne der Agenda 2030 beflügeln.

• Dem Material Glas wird ein wichtiger Beitrag zu nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion zugesprochen. Auch wenn die Glasproduktion derzeit noch energieintensiv ist, macht die Glasindustrie immense Fortschritte bei der Reduktion des Energieverbrauchs und der Nutzung erneuerbarer Energien.

„In Österreich ist mit Recyclingquoten von mehr als 80 % seit vielen Jahren ein überdurchschnittlich hohes Niveau erreicht“ erklärt Hauke. „Die von der EU im Rahmen des Green Deals und des Kreislaufwirtschaftspakets für das Jahr 2030 vorgegebenen Recyclingziele sind für Glasverpackungen hierzulande bereits Standard.“

Nähere Informationen:
www.agr.at
www.glasrecycling.at