SchulGehBus: Auch die Kleinsten gehen zu Fuß zur Schule

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Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko an einer Haltstelle des SchulGehBusses © NÖ.Regional.GmbH

Mit dem SchulGehBus in die Schule: Die Initiative soll starkem Verkehrsaufkommen vor den Schulen entgegenwirken, indem die Kinder ihren Schulweg zu Fuß zurücklegen. Interessierte Gemeinden in Niederösterreich können sich an das Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional wenden.

Das Konzept ist ganz einfach: Eine Gruppe von Kindern geht in Begleitung eines Erwachsenen zum Unterricht. Im besten Fall gehen sie jeden Tag zur selben Zeit dieselbe Strecke. An vorher verabredeten Orten entlang der Wegstrecke kommen noch weitere Kinder hinzu – sie steigen wie an der Bushaltestelle zu, sozusagen in den „Autobus auf Füßen“.

„Der SchulGehBus ist eine Aktion für einen sicheren und klimafreundlichen Schulweg. Auf diese Weise zur Schule zu kommen ist nicht nur gesund, es macht auch Spaß und wirkt dem steigenden Hol- und Bringverkehr vor den Schulen entgegen. Gerade diese gut gemeinten Fahrten der Eltern-Taxis sorgen nämlich vor Schulen für höheres Gefahrenpotential. Mit dem SchulGehBus lernen und üben die Kinder aber auch für die Zukunft wichtige Verhaltensregeln im Straßenverkehr einzuhalten“, erklärt NÖ Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko.

Starkes Verkehrsaufkommen vor der Schule
In der Stadtgemeinde Stockerau startete 2019 die erste Initiative. Eingeführt wurde der SchulGehBus, da sich in der Früh immer wieder das bereits bekannte Problem in den Straßenzügen rund um die beiden Volksschulen zeigte: Elterntaxis sorgten für ein starkes Verkehrsaufkommen und verzögerten den Verkehrsfluss. Einen Lösungsansatz für das Anliegen der Elternvereine sah Bürgermeisterin Andrea Völkl im Projekt SchulGehBus: „Gehen ist gesund, es ist die natürliche Bewegungsform für uns Menschen. Den Weg gemeinsam zu bewältigen und sich dabei miteinander auszutauschen ist ein wichtiges Gemeinschaftserlebnis für unsere Kinder. Man lernt auch seine Umgebung, in der wir uns bewegen, ganz anders wahr zu nehmen. Stillsitzen und Lernen fällt nach der morgendlichen Bewegung auch viel leichter.“

Unterstützt wird das Projekt vom Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional. Es unterstützt die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Niederösterreich in allen Fragen der regionalen Mobilität.

Auch im Industrieviertel ist die Initiative SchulGehBus in mehreren Gemeinden angekommen. Mit Beginn des Schuljahres 2020/21 startet der SchulGehBus beispielsweise in den Gemeinden Gloggnitz, Grimmenstein und Perchtoldsdorf, in Wiener Neustadt nimmt ab Anfang Oktober 2020 die Volksschule Pestalozzi erstmals an der Aktion teil.

Mobilitätsmanagement hilft
Für Gemeinden oder Elternvereine, die an der Initiative SchulGehBus interessiert sind, steht das Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional beratend zur Seite. „Wir unterstützen bei der Konzeption und liefern Know-How. Wichtig ist aber, dass die Initiative breite Unterstützung findet“, sagt Franz Gausterer vom Regionalen Mobilitätsmanagement der NÖ.Regional. „Anfangs werden die SchulGehBusse nämlich noch von engagierten Erwachsenen begleitet, so lange, bis die Kinder den Weg und die Haltestelle sicher kennen. Nach einer gewissen Zeit sollen die Kinder dann selbstständig ihren Schulweg zurücklegen“, so Gausterer.

Quelle und Foto: NÖ.Regional