Alfred Riedl: „Frauen stärker für Führungspositionen in den Gemeinden motivieren“

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Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hat sich der Österreichische Gemeindebund angesehen, wie viele Frauen in den Gemeinderäten sitzen oder Bürgermeisterinnen sind: In den 2.096 Gemeinden in Österreich gibt es 169 Bürgermeisterinnen, das entspricht einem Anteil von acht Prozent. Vor 20 Jahren waren es nur 45 Frauen an der Spitze der Gemeinden. „Eine positive Entwicklung“, sagt Gemeindebund-Präsident Bürgermeister Alfred Riedl. „Es gibt natürlich noch viel Luft nach oben. Wir müssen Kommunalpolitikerinnen noch stärker motivieren Führungspositionen in den Gemeinden anzustreben.“

Der Blick auf die Gesamtzahl der Kommunalpolitikerinnen zeigt ein etwas erfreulicheres Bild: Derzeit bekleiden 366 Frauen in Österreich das Amt der Vizebürgermeisterin. Und in den Gemeinderäten engagieren sich aktuell 9.213 Mandatarinnen (von insgesamt 39.770) in den 2.096 Gemeinden in ganz Österreich. Zusammengerechnet sind also 23,2 Prozent aller Kommunalpolitiker Frauen. „Eine wichtige Ausgangsbasis, die zeigt, dass sich Frauen für die Kommunalpolitik interessieren und auch bereit sind, sich zu engagieren und in ihren Gemeinden einzubringen“, betont Alfred Riedl. Der Österreichische Gemeindebund setzt sich seit Jahren für die Förderung von Frauen in Bürgermeisterämtern ein. „Wir veranstalten jedes Jahr unser Bürgermeisterinnentreffen, um Austausch und Vernetzung zu fördern. In zwei Wochen wählt der Bundesvorstand auch auf meine Initiative zwei neue Vizepräsidentinnen ins Präsidium des Gemeindebundes, damit die Bürgermeisterinnen noch mehr Stimme und Gewicht in der Interessensvertretung der österreichischen Gemeinden bekommen.“

Die Bürgermeisterinnen-Umfrage des Gemeindebundes aus dem Jahr 2016 zeigt, dass gerade der Beginn als Gemeinderätin ein wichtiger Einstieg in die Führungsebenen der Kommunalpolitik ist. „Es ist natürlich auch eine gesellschaftspolitische Frage: Gerade im Vorfeld von Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen – wie etwa am kommenden Sonntag in Salzburg – zeigt sich, dass es grundsätzlich immer schwieriger wird, Kandidatinnen und Kandidaten für kommunalpolitische Ämter zu finden“, so Riedl. „Wir müssen uns deswegen auch mit der Frage beschäftigen, wie wir generell die politische Arbeit in den Kommunen attraktiver gestalten können – unabhängig von der Geschlechterfrage, ist doch die kommunalpolitische Arbeit in den letzten Jahren immer herausfordernder geworden. Die Aufgaben vor Ort werden immer mehr, die finanziellen Spielräume immer enger und die Verantwortung steigt – Bürgermeister sind heute moderne Manager“, fasst Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl die Situation aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zusammen.

Blick in die Bundesländer
Am höchsten ist der Anteil an Ortschefinnen übrigens immer noch in Niederösterreich mit 12 Prozent. Den zweiten Platz belegt derzeit mit 7,7 Prozent die Steiermark. Danach folgen Vorarlberg mit 7,3 Prozent, Burgenland mit 7 Prozent, Oberösterreich mit 6,8 Prozent, Kärnten mit 6,1 Prozent und Tirol mit 5,7 Prozent. Schlusslicht ist nach wie vor Salzburg mit nur fünf Bürgermeisterinnen bzw. 4,2 Prozent. Diese Zahl kann sich aber nach den Bürgermeisterwahlen am 10. März 2019 noch erhöhen.

 

Quelle: Österreichischer Gemeindebund, Foto: Matern