ASTRAD 2021: Neue Produkte, persönlicher Austausch und Fortbildung

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Als einer der ersten Messen nach den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie öffnete die ASTRAD & austoKOMMUNAL am 9.& 10. September in der Messe Wels ihre Pforten. Bei allen, Ausstellern wie Besuchern, war die Erleichterung groß, dass es wieder große Veranstaltungen und vor allem wieder persönliche Gespräche gibt.

Von der Vortragsveranstaltung zur großen Fachmesse
Zu Beginn der Eröffnung dankte Friedrich Zotter nicht nur den vielen Besucherinnen und Besuchern, die zur ASTRAD & austroKOMMUNAL nach Wels gekommen waren, sondern er erwähnte auch explizit die Unternehmen, die trotz der unsicheren Lage mit Corona das Risiko auf sich genommen haben, und auf der ASTRAD ihre Produkte und Dienstleistungen ausstellen. Großen Dank sprach Zotter auch der Stadt Wels und dem Land Oberösterreich für die große Unterstützung der Veranstaltung aus.

In seiner Eröffnungsrede ging Zotter, der gemeinsam mit Peter Mader die ASTRAD gegründet hatte, auf die Anfänge der Veranstaltung ein. „Begonnen hat alles im Jahr 1998. Peter Mader war Leiter des Winterdienstes im Verkehrsministerium, ich war Leiter des Österreichischen Nationalkomitees des Weltstraßenverbandes und ebenfalls im Ministerium tätig. Gemeinsam hatten wir die Idee, eine Vortragsveranstaltung mit ein paar Ausstellern auf die Beine zu stellen. Auf diese Idee kamen wir dadurch, dass im Jahr 1994 ein großer, internationaler Winterdienstkongress in Seefeld stattfand, der vom Ministerium organisiert wurde. Kollege Mader war damals für die Fachausstellung zuständig, ich fürs Vortragsprogramm. Vier Jahre später fand der nächste internationale Winterdienstkongress in Nordschweden statt. Leider konnten nicht alle interessierten Expertinnen und Experten aus Österreich hinfahren, sodass wir beschlossen, in Österreich eine nationale Veranstaltung zu machen, bei der über den Kongress und vor allem über alle Neuerungen aus dem Bereich Winterdienst berichtet wird“, berichtet Friedrich Zotter.
Diese erste Veranstaltung fand am Flughafen in Salzburg statt, die Unternehmen präsentierten sich in einem alten Flugzeughangar und die Vorträge fanden im Messerestaurant statt. Später übersiedelte die ASTRAD in die Messe Wels. „Im Laufe der Jahre fand die Fachausstellung immer stärkeren Zuspruch sodass wir die Veranstaltung an EuroKommunal und Richard Wawricka, und somit in professionelle Hände übertagen haben.“ Nach wie vor ist Friedrich Zotter für die Vortragsveranstaltung zuständig und Peter Mader unterstützt Richard Wawricka und sein Team organisatorisch.

Als Abschluss seiner Rede gab Friedrich Zotter noch einen Ausblick auf den nächsten Winterdienstkongress im Jahr 2022, der eigentlich in Kanada stattfinden hätte sollen, aber jetzt doch nur rein virtuell stattfinden wird. „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir hier eine Veranstaltung machen können“, so Zotter abschließend.

Persönliche Begegnung ist wesentlich
Josef Neuhold, Präsident des Österreichischen Nationalkomitees des Weltstraßenverbandes PIARC freute sich in einer Eröffnungsrede ebenfalls besonders darüber, dass eine persönliche Begegnung nun wieder möglich ist. Er gab einen Ausblick auf das Vortragsprogramm, das die Besucherinnen und Besucher in den nächsten Tagen erwartet und berichte von den letzten Veranstaltungen des Weltstraßenverbandes, die nur virtuell stattgefunden haben – damit hatten alle Teilnehmer rund um den Globus unterschiedliche Zeiten. „Man kann mit Videokonferenz viel machen, aber meine Erfahrung ist, dass persönliche Begegnung für eine Veranstaltung ganz wesentlich ist.“

Österreich ist beim Winterdienst vorne dabei
Heimo Maier-Farkas von der ASFINAG ging in seiner Eröffnungsrede auf das Thema Winterdienst ein, da hierzu zahlreiche Aussteller auf der ASTRAD vertreten sind. „Wir in Österreich sind weltweit beim Thema Winterdienst nicht nur dabei, sondern ganz vorne dabei“, freute sich Maier-Farkas, der im Rahmen des Symposiums auch einen vielbeachteten Vortrag hielt.

Rabl: „Eine Leistungsschau der Industrie“
Bürgermeister der Stadt Wels, Andreas Rabl zeigte sich ebenfalls erfreut, dass die Messe, trotz aller Planungsunsicherheit in den letzten Monaten, überhaupt stattfinden kann. „Ich bin froh, dass wir die ASTRAD in Wels haben und sie hat sich wunderbar weiterentwickelt“, so der Bürgermeister. „Mit dem Testgelände, das seit 2013 besteht, ist ein wichtiger Bestandteil dazugekommen.“ Die Kommunen und andere Institutionen stünden im Bereich der Kommunalwirtschaft vor großen Herausforderungen, etwa beim Winterdienst, der Müllsammlung, dem Grünschnitt oder der Straßenreinigung und -erhaltung. Hier können Maschinen die Arbeitskräfte unterstützen, so Rabl. „Diese Messe bietet einen Überblick, welche Innovationen es in diesem Bereich gibt. Ich bin sehr stolz, dass wir viele große Unternehmen hier haben, die sehr viel Innovationskraft haben und sich regelmäßig überlegen, was man noch besser, effizienter und ökologischer machen könnte. Das ist hier auch eine Leistungsschau der Industrie und wir Städte kommen gerne hierher.“ Rabl richtet sich auch an den Veranstalter mit den Worten: „Danke, dass ihr immer wieder hierherkommt und Wels auch die Treue haltet!“

Gute Durchmischung der Fachmesse
Eröffnet wurde die ASTRAD & austroKOMMUNAL offiziell durch Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner. Bemerkenswert war, dass er seine Rede aus dem Stehgreif hielt und sich dabei spontan auf das Sponsoring der Austria Wien durch die ASTRAD bezog. „Was haben wir in der Verkehrspolitik mit Fußball gemeinsam? – Es gibt in Österreich geschätzte zwei Millionen Fußballtrainer, aber es gibt sieben Millionen Verkehrsexperten. Weil all jede, die keinen Führerschein haben und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, haben auch Empfehlungen und Wünsche, die zu erfüllen sind.“ Auf die ASTRAD bezogen meinte er, „wir in der Politik sind natürlich dankbar, wenn derartiger Informations- und Innovationsaustausch vor Ort stattfindet. Ich fahre auch gerne wohin und komme dann mit Ideen zurück. Ich sage immer, eine gute Idee, von woanders abgeschaut und bei uns umgesetzt, ist besser als eine schlechte Idee durchzusetzen und dann wird nichts daraus.“
Steinkellner hob die Durchmischung der Fachmesse hervor, „Top-Unternehmen auf der einen Seite, Experten auf der anderen Seite und dann natürlich die Praktiker aus den Straßenmeistereien, auf die wir besonders stolz sind.“

Nach der Eröffnung nahmen sich Landesrat Steinkellner, Bürgermeister Andreas Rabl und Vizebürgermeister Gerhard Kroiß besonders viel Zeit für einen Rundgang durch die Ausstellung.

Veranstalter Richard Wawricka freute sich besonders über das Gelingen der Fachmesse: „Ich konnte im Vorfeld nicht einschätzen, wie viele Leute tatsächlich kommen werden, da aufgrund der Conrona-Pandemie doch überall Unsicherheit herrscht. Dazu kommt noch, dass wir eine der ersten Messen nach Corona waren. Umso erleichterter bin ich, dass vor allem der Donnerstag sensationell besucht war. An dieser Stelle möchte ich mich nicht nur bei unseren Fachbesucherinnen und Fachbesichern bedanken, sondern auch bei den Ausstellern. Wir mussten im Vorfeld unseren Termin von Juni auf September verschieben und trotzdem blieben die Firmen an Bord. Das hat sich ausgezahlt, denn wie ich von den Unternehmen erfahren habe, waren sie mit der Kundenfrequenz sehr zufrieden.“

Stimmen zur ASTRAD

DI Friedrich Zotter:
„Der Besuch am ersten Tag war überwältigend. Man hat sich in die Zeit vor COVID zurückversetzt gefühlt. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, dass so viele Leute kommen. Es herrschte eine gute Atmosphäre in der Halle und im Freigelände.

Die Vortragsveranstaltung im Zentrum der Ausstellung zu platzieren, war ein gelungener Schachzug. Immer wieder blieben Interessierte stehen, die an einer anderen Stelle die Vortragsveranstaltung gar nicht besucht hätten. Auch am zweiten Tag war die Vortragsveranstaltung gut besucht und es gab um Teil sehr intensive Diskussionen. Zu jedem Vortrag gab es im Anschluss zwei bis drei Wortmeldungen. Auch die Leute, die sich normalerweise nicht so sehr für die Vorträge interessieren, schauten vorbei.

In der Ausstellung haben mich vor allem die vielen Großgeräte beeindruckt. Hier zeigt sich, dass man nicht alles online abwickeln kann. Ich hatte das Gefühl, dass gerade jene Firmen, die Fahrzeugtechnologie ausgestellt haben, brauchen den Kundenkontakt. Man muss hingehen können und der Verkäufer zeigt einem das Fahrzeug.

Ein weiteres Highlight der ASTRAD 2021 war die Außenausstellung, die zwar sehr kompakt, gleichzeitig aber sehr vielfältig wirkte und ausreichend Platz für gute Fachgespräche mit den Ausstellern bot. Das Freigelände war eine gute Erweiterung des Ausstellungsbereichs.

Die ASTRAD 2021 hat jedenfalls die Vorfreude auf die nächste Veranstaltung in zwei Jahren erweckt!“

DI Josef Neuhold, Präsident des Österreichischen Nationalkomitees des Weltstraßenverbandes PIARC:
„Mich hat besonders das Zusammentreffen mit Berufskollegen und Weggefährten des Winterdienstes gefreut. In den letzten Jahren kamen wir zu keinem persönlichen Gespräch, wir konnten leider nur telefonieren oder Videokonferenzen durchführen. Sehr interessant fand ich auch die Gespräche mit den Geräteherstellern.
Bei den Vorträgen haben wir auf Referenten aus Österreich gesetzt und konnten mit unseren heimischen ExpertInnen alle Bereiche abdecken. Gut gefallen hat mir der offene Vortragsbereich, es war auch eine sehr gute Akustik. Ich habe im Publikum auch Zuhörer aus Deutschland entdeckt und es freut mich, dass unsere Aktivitäten auch im Ausland so aufmerksam verfolgt werden.“

Josef Fink, Geschäftsführer Fink Leitungstechnik GmbH, Deutschland
„Ich bin eigentlich auf Urlaub. Heute Früh hat mich ein Mitarbeiter angerufen, der mich auf die ASTRAD aufmerksam gemacht hat. Daraufhin habe ich meinen Urlaub unterbrochen, habe mich ins Auto gesetzt und bin hergefahren. Wir sind sehr interessiert daran, bei der nächsten ASTRAD mit unserem Produkt auszustellen. Und zwar ist das der Mozilla-Holzhacker, der speziell für Kommunen und Autobahndirektionen entwickelt worden ist.“

Reinhard Neuditschko, Martin Kössner, Franz Eggenhofer, Gemeinde Dobersberg, Österreich
„Nachdem wir vor zwei Jahren schon einmal da waren und uns die Messe sehr interessiert, sind wir auch heuer wiedergekommen. Wir planen Anschaffungen im Kommunalbereich und daher wollten wir uns informieren, was es Neues auf dem Markt gibt. Erfahren haben wir vom Messetermin, weil wir eine Einladung bekommen haben und im EuroKommunal-Fachmagazin ist es auch gestanden.“

Gabriele und Leo Zagler, Seekirchen am Wallersee, Österreich
Wir sind aus Interesse hier, weil wir selbst eine Firma haben, die Kommunalservice anbietet – also Winterdienst, Müllabfuhr und verschiedene andere Tätigkeiten. Daher interessiert uns besonders, was es Neues gibt. Auf die ASTRAD fahren wir eigentlich jedes Mal und wir wurden durch Werbung auf die Veranstaltung aufmerksam.

Ernst S. Gemeinde Lichtenau, Österreich
Ich bin überwältigt, wie vielfältig die ASTRAD ist. Eigentlich bin ich auf der Suche nach Wildwarngeräten hier, und habe mich dazu am Stand einer Firma, die so etwas anbietet, ausführlich beraten lassen.

 

 

 

Die nächste ASTRAD & austroKOMMUNAL findet von 13.-15. Juni 2023 statt!