Ausgezeichnete Kooperationsprojekte

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“Gemeindekooperationen sind eine erfolgreiche Alternative gegen Zwangsfusionen", so LR Johannes Tratter bei der offiziellen Pressekonferenz und Verleihung des GEKO 2019. Im Bild: Bgm. Jakob Wolf (Umhausen), LR Johannes Tratter und Gemeindeverbandpräsident Ernst Schöpf.

Der Tiroler Gemeindekooperationspreis GECKO wurde heuer bereits zum dritten Mal für herausragende Projekte im Bereich der Gemeindezusammenarbeit vergeben. „Oetztalpflege“ wurde zum Siegerprojekt gekürt, auf Platz zwei landete ein Verwaltungskooperationsprojekt der Gemeinden Matrei am Brenner, Mühlbachl und Pfons und den dritten Platz belegten 17 Gemeinden des Abfallwirtschaftsverbandes Kitzbühel, die eine bezirksweite Biomüllsammlung samt Verwertung zur Stromgewinnung initiierten.

Beim Projekt „Oetztalpflege“ haben die drei Gemeinden im Ötztal, Sautens, Oetz und Umhausen, gemeinsam ein Zentrum für mobile Pflege im Gemeindeamt Sautens errichtet. Angeboten wird hier alles, was mit mobiler Pflege zu tun hat; angefangen von einem Erstgespräch zur Pflegeberatung, über die Selbstkostenberechnung, Ernährungsberatung, Angehörigengespräche und -treffen bis hin zur Organisation von Seniorennachmittagen. Für die mobile Pflege stehen acht Kraftfahrzeuge bereit. Im Gemeindeamt Sautens wurde auch ein barrierefreies Pflegebad mit Wellness- und Pflegebehandlungen errichtet – damit gibt es für die Pflegebedürftigen die Möglichkeit, ein ausgiebiges Bad zu nehmen. Aber auch darüber hinaus wird bei der Oetztalpflege alles angeboten, was mit Pflege zu tun hat, etwa ein mobiler Wäschedienst, Essen auf Räder sowie ein Informationsbüro für betreute Urlaube. Zusätzlich finden Senioren-Computerkurse und IT-Fortbildungen statt. Des Weiteren sind im Gemeindeamt Sautens auch ein Fort- und Ausbildungszentrum für Pflege sowie die Zivildienststelle untergebracht.

10.000 Euro für das Siegerprojekt
„Pflegeberatung, soziale Betreuung, mobile Pflege und vieles mehr – das Siegerprojekt ist ein Paradebeispiel dafür, was durch Kooperation möglich ist. Die wahren Gewinner sind jedoch die Bürgerinnen und Bürger, die von einer optimalen Infrastruktur profitieren“, würdigen Gemeindelandesrat Johannes Tratter und Ernst Schöpf, Präsident des Tiroler Gemeindeverbandes, das Siegerprojekt, das eine Prämie von 10.000 Euro – je 5.000 von GemNova und dem Land Tirol – erhält.
„Wir freuen uns über die Anerkennung und werden unseren gemeinsamen Weg auch künftig fortsetzen“, so Markus Köll, Jakob Wolf sowie Hansjörg Falkner – die Bürgermeister der erfolgreichen Gemeinden Sautens, Umhausen und Oetz

Verwaltungskooperation von drei Gemeinden
Am zweiten Platz landeten die drei Wipptaler Gemeinden Matrei am Brenner, Mühlbachl und Pfons. Sie gingen eine Verwaltungskooperation in den Bereichen Bürgerservice, Finanz- und Personalverwaltung ein. Dabei übernimmt jede Gemeinde eine Aufgabe, so macht Matrei das Bürgerservice, das Standesamt und die Finanzverwaltung. Die Gemeinde Mühlbachl übernimmt die Personalverwaltung und Pfons die Kooperationsverwaltung. Außerdem haben die drei Gemeinden auch gemeinsame Einrichtungen zur gemeinsamen Nutzung geschaffen; etwa einen Sportplatz oder den Friedhof.

Biomüll sammeln und Strom erzeugen
17 Gemeinden des Abfallwirtschaftsverbandes Kitzbühel haben den dritten Platz belegt. Sie haben auf dem Areal des Klärwerks in Erpfendorf eine neue Anlage errichtet, bei der Bioabfälle zur Stromgewinnung genützt werden. Dabei werden Speisereste und Küchenabfälle aus Gastronomie und privaten Haushalten im ganzen Bezirk gesammelt und anschließend in ein Substrat verwandelt, das in den Kläranlagen des Bezirkes zur Stromerzeugung verwendet wird.

Ermittelt wurden die drei Siegerprojekte durch eine Fachjury und ein Online-Voting, bei dem über 22.000 Stimmen abgegeben wurden. Für Landesrat Johannes Tratter ein erfreulich hoher Zuspruch: „Aufgrund der positiven Resonanz und um die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu fördern, wird der GEKO auch 2020 wieder vergeben.“

Nähere Informationen: www.geko.tirol

 

Quelle: Land Tirol, Fotos: Land Tirol/Oswald