Babsi bringt Straßen auf Vordermann

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©Stadt:Salzburg/J.Knoll

In der Stadt Salzburg kommt in den nächsten zwei Jahren ein „Bauliches und betriebliches Straßeninfrastrukturmanagement (Babsi)“ zum Einsatz, das digital alle Straßenschäden erfasst.

Erfasst werden dabei zuerst die Straßen, in einem zweiten und dritten Schritt auch Brücken, Gehwege, Mauern und die Entwässerung. Somit wird sukzessive der Bestand und schließlich auch alle neuen Einbauten dokumentiert. Gleichzeitig wird laufend der Ist-Zustand und der Erhaltungsrückstand unter den gegebenen budgetären Ressourcen ermittelt. Auf dieser Grundlage werden objektive Bauprogramme nach klar festgelegten Parametern mit dazugehörigen Grobkostenschätzungen erstellt.

Die Ausgangslage
In der Stadtgemeinde Salzburg gibt es ca. 422 km befestigte Straßen und Wege (das entspricht 2,78 Quadratkilometer bzw. vier Prozent der Grundfläche der Stadt):
• 81 km Hauptverkehrswege
• 72 km Verbindungsstraßen
• 238 km Aufschließungsstraßen
• 31 km Verbindungswege für nicht motorisierten Verkehr
Darüber hinaus ist die Stadt noch für 400 Kanäle für die Straßenentwässerung und rund 300 Kunstbauwerke (Brücken, Mauern, etc.) verantwortlich.

Derzeit werden die Schäden am Straßennetz nach entsprechenden Besichtigungen in Listen eingetragen. Anschließend wird das Schadensbild überprüft und bewertet. Nach der Abschätzung des finanziellen Sanierungsbedarfs erfolgt die Übernahme in das Sanierungsprogramm. Die Reparaturen erfolgen nach Prioritätenreihung bzw. nach den budgetären Mitteln, die zur Verfügung stehen.

Für diese Vorgangsweise braucht es relativ wenig Personal und kleinere Schäden können auch rasch behoben werden. Allerdings hat das herkömmliche Erhaltungsmanagement auch Schwächen:
• Die Schäden können erst erkannt werden, wenn sie auftreten.
• Die Einschätzung der Dringlichkeit erfolgt subjektiv.
• Der Sanierungsaufwand steigt, je länger ein Schaden nicht beseitigt wird.
• Es ist keine Prognose auf einen längeren Zeitraum als drei Jahre möglich
• Es kommt zu einem Sanierungsrückstand bei fehlenden Budgetmittel.

„An dieser Stelle möchte die Stadt ansetzen und wird einen Schritt in die digitale Zukunft machen. Um die Nachhaltigkeit, die Effizienz und die längerfristige wirtschaftliche Planung zu ermöglichen, wird die Stadt in den kommenden zwei Jahren ein Softwareprogramm testen, damit zukünftig ein visionäres und modernes Straßenmanagement verfolgt werden kann“, erläutert Baustadtrat Lukas Rößlhuber die Ziele, die die Stadt mit dieser Umstellung verfolgt.

Die Vorteile des digitalen Erhaltungsmanagements:
• Hohe Detailgenauigkeit des Zustandes.
• Es werden langjährige Prognosen möglich.
• Baustellen können auf einen längeren Zeitraum nach objektiven Kriterien gereiht werden.
• Es besteht die Möglichkeit von kostengünstigeren und kürzeren Sanierungen, bevor ein Substanzschaden mit hohen finanziellen Auswirkungen entsteht.
• Das Erreichen von höheren Restwerten der Straße am Ende der buchhalterischen Lebensdauer.

Das Managementprogramm Babsi wird angemietet und die nächsten zwei Jahre getestet. Nach einem Jahr sollen die ersten Ergebnisse über eine digitale Straßenerhaltungskarte vorliegen.