Bodenmarkierungen sorgen für Sicherheit

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Ob Abbiegestreifen, Sperrlinie oder Parkplatzbegrenzungen: Bodenmarkierungen sind von den heimischen Straßen nicht wegzudenken. In St. Pölten ist der städtische Bauhof dafür verantwortlich, dass die Bodenmarkierungen aufgebracht und regelmäßig erneuert werden.

In der Stadt Sankt Pölten sind in der warmen Jahreszeit drei Mitarbeiter damit beschäftigt, die Bodenmarkierungen auf insgesamt 408 Kilometer Gemeindestraßen und 1.100 Kreuzungsplateaus zu erneuern. Dazu kommen noch 21.800 Quadratmeter Fußgängerzone, 380 Schutzwege, 200 Kilometer Radwege. Die Kosten für die Erneuerung der Markierungen schlagen sich jährlich mit 100.000 Euro zu Buche.

Straßenabschnitt schnell wieder befahrbar
Bei den Bodenmarkierungsarbeiten muss zügig gearbeitet werden, denn die Verarbeitungszeit der Farben beträgt nur 10 bis 15 Minuten. Nach 30 bis 45 Minuten ist der frisch markierte Straßenabschnitt bereits wieder befahrbar. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs müssen auf diese präzisen Arbeiten eingeschult werden, oftmals gibt es auch Schulungen durch die Firmen, die Markierungsfarben herstellen.

Glasperlen für die Straße
Gearbeitet wird mit einer Straßenmarkiermaschine und einer Fräsmaschine, aber auch Schablonen, Spachteln, Pinsel und Farbwalzen gehören zur Ausrüstung. Pro Jahr verarbeiten die drei Mitarbeiter 5,5 Tonnen Kalt- und Rollplastik-Farbe in Weiß, Rot, Blau und Grün sowie diverse Granulate für die Griffigkeit. Für eine bessere Sichtbarkeit in der Nacht kommen auch Reflexglasperlen von der M.Swarovski GmbH zum Einsatz. Von diesen werden jährlich etwa 600 Kilogramm benötigt. „Wir haben die reflektierende Wirkung getestet und sind von der Qualität der verwendeten Glasperlen überzeugt“, sagt Martin Haberl von der städtischen Straßenbauverwaltung.

Auf eine frisch asphaltierte Straße sollten eigentlich erst ein Monat später die Bodenmarkierungen aufgebracht werden. Aufgrund der Ölschicht des frischen Asphalts müsste die Straße zuerst eine Zeit lang befahren werden, damit sich das Rollplastik später nicht ablöst. Bei Beton ist eine noch längere Wartezeit notwendig. „Manchmal muss man die Markierung allerdings gleich im Rahmen der Baustelle anbringen“, sagt Ernst Schwarzmüller, Leiter der Verkehrsabteilung im Magistrat der Stadt. „In diesem Fall bessern wir später noch einmal nach“, erklärt Schwarzmüller.

Regelmäßige Auffrischungsarbeiten
Je nach Verkehrsdichte müssen die Bodenmarkierungen der Straßen regelmäßig aufgefrischt werden. An hoch frequentierten Stellen, insbesondere auf den Durchzugsstraßen oder bei Bushaltestellen ist alle zwei Jahre eine Erneuerung notwendig. Bei weniger befahrenen Straßen reicht eine Auffrischung alle vier bis fünf Jahre aus. Auch Beschädigungen oder Aufgrabungsarbeiten sind oftmals Auslöser für notwendige Erneuerungsarbeiten.

Saison- und Nachtarbeit
Das Verkehrsaufkommen in der Landeshauptstadt ist hoch und der Busverkehr muss möglichst ungehindert ablaufen können. „Deshalb führen wir die Markierungsarbeiten an stark befahrenen Straßen auch nachts durch“, erklärt Schwarzmüller, „es gibt aber auch Arbeiten, die wir tagsüber erledigen.“
Die Witterung spielt bei den Arbeiten eine entscheidende Rolle. Ein trockener Boden mit einer Temperatur zwischen 5 und 35°C ist Voraussetzung dafür, dass das Rollplastik für einen längeren Zeitraum am Boden haften kann. Daher erstreckt sich die Arbeitssaison meist von Frühling bis Herbst.

Pläne für Markierungen
Für die Anbringung von Bodenmarkierungen braucht es natürlich auch rechtliche Grundlagen. Ernst Schwarzmüller, Leiter der Verkehrsabteilung im Magistrat der Stadt St. Pölten ist Experte auf diesem Gebiet: „Die Behörde kann Verkehrsmaßnahmen setzen, die durch Bodenmarkierungen ausgedrückt werden. Manche Bodenmarkierungen (Zick-Zack-Linien, Halteverbote mittels gelber durchgehender Linie, Sperrlinien, Sperrflächen) können mittels Worten verordnet werden. Für umfangreichere und mit Worten schwer erfassbare Maßnahmen (Bodenmarkierungen [Einordnungsfahrstreifen, Sperrflächen, Abbiegepfeile, Haltelinien]) vor Kreuzungen, Sperrflächenmarkierungen, Parkplatzmarkierungen) müssen vor der Verordnung Planungen für die Bodenmarkierungen erstellt werden. Hier wird vor Aufbringung der Markierung die Straße ausgemessen, damit die Markierungen auch dort sind, wo sie laut Plan auch hingehören“, so Schwarzmüller, „Fahrstreifen zum Beispiel haben eine bestimmte, vorgegebene Breite und die Breite der Leit- bzw. Sperrlinien von mindestens zehn Zentimeter (unterhalb von Autobahnen) muss dabei berücksichtigt werden. Hier ist ein detaillierter Plan notwendig, der einer Verordnung zu Grunde gelegt wird. Beispielsweise die Aufbringung von Leitlinien bedarf keiner Planung und keiner Verordnung, da sie kein Gebot, Verbot oder eine Beschränkung ausdrückt.“ So müssen etwa auch im Freilandbereich auf Bundes- und Landesstraßen ab einer Fahrbahnbreite von 5,50 m Randlinien aufgebracht werden.

Rot-Weiß-Rot vor Schulen
Vor den Schulen in der Stadt sorgen 30km/h-Piktogramme und die auffallende rot-weiß-rote Variante des herkömmlichen Zebrastreifens für mehr Aufmerksamkeit bei den FahrzeuglenkerInnen und damit auch für mehr Sicherheit. Hier hat die Stadt Schablonen im Einsatz. Für die Kennzeichnung von Ladezonen hat die Stadt ebenfalls ein Symbol entworfen, das mittels Schablone appliziert wird.

Auf Bodenmarkierungen achten „Die VerkehrsteilnehmerInnen müssen sich an die mit den Markierungen ausgedrückte Gebote und Verbote halten, denn zahlreiche Bodenmarkierungen haben eine verbindliche Wirkung. Eine Missachtung kann daher zu einer Bestrafung oder zu schweren Unfällen führen“, rät Schwarzmüller. Bodenmarkierungen helfen bei der Orientierung, sorgen für Sicherheit und gewährleisten die Flüssigkeit des Fahrzeugverkehrs.

 

Fotos: © Katrin Schwarz, Koutny

Quelle: Magistrat St. Pölten, Redaktion