Die Zukunft der Müllsammelfahrzeuge liegt im Wasserstoff

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FAUN, bisher bekannt für Müllsammelaufbauten und Kehrmaschinen, ist bei der Entwicklung von wasserstoffbetriebenen LKW’s unter der Marke BLUEPOWER vorne mit dabei. Im August 2020 wurde die erste Produktionsstraße für die Serienfertigung von wasserstoffbetriebenen LKW’s im Werk bei Bremen eröffnet.

Die Elektromobilität macht auch vor den „großen TRUCKS“ nicht halt, nur ist die Realisierung bei den schweren LKW`s komplexer als bei den „Kleinen“. Jedoch: Nichts ist unmöglich. Denn für alle Probleme, die sich mit der Elektromobilität ergeben – etwa geringere Reichweiten und zusätzlicher Energieverbrauch für Müllsammelaufbauten – gibt es eine Lösung und die heißt Wasserstoffantrieb! Experten rund um den Globus sind sich auch darin einig, dass die Zukunft dem Wasserstoff gehört.

„Die Firma FAUN beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit alternativen Antrieben speziell für seine Einsatzgebiete, der Abfallentsorgung und Straßenreinigung“, erzählt Herbert Utz, Geschäftsführer der FAUN Austria. „Diese gewonnenen Erkenntnisse konnte FAUN jetzt perfekt für die Forschungen am Wasserstoffantrieb umsetzen und ist mittlerweile am Sektor der wasserstoffbetriebenen LKW`s unter der Marke BLUEPOWER führend.“
So wurde im August 2020 bei FAUN im deutschen Werk in Osterholz-Scharmbeck nahe Bremen die erste Produktionsstraße für die Serienfertigung für Wasserstoff-LKW’s feierlich eröffnet. Geplant ist, dass heuer noch 20 und im kommenden Jahr schon 100 BLUEPOWER-LKW’s vom Band rollen.

Strom wird „On Board“ produziert
Die LKW’s selbst werden in Kooperation mit der Firma Mercedes hergestellt, die das Trägerfahrgestell produziert. Mercedes liefert seinen Econic als sogenannten Gleiter an FAUN aus. Der Gleiter selbst kann noch nicht fahren, denn er wird ohne Motor, Getriebe etc. geliefert. Der gesamte Antrieb kommt von FAUN und ist im Wesentlichen ein Elektroantrieb mit einer Batteriekapazität von 85 kWh. „Und hier kommt der unschlagbare Vorteil des Wasserstoffs zum Tragen: Der benötigte Strom wird ‚On Board‘ mittels Brennstoffzellen hergestellt“, erklärt Herbert Utz, „die Batterie wird laufend mit Strom versorgt, der mit Wasserstoff von der Brennstoffzelle beim Fahren produziert wird.“

Mit Wasserstoff als Antrieb kann der Elektromotor alle Vorteile ausspielen, denn er ist frei von fossilen Brennstoffen und stößt weder CO2, NOX noch andere Schadstoffe aus. Gleichzeitig wurden alle Nachteile des Elektroantriebes – mangelnde Reichweiten und mühsames, zeitraubendes Laden des Akkus – mit dem BLUEPOWER vollends aus dem Weg geräumt, da man Wasserstoff an der Tankstelle einfach nachtanken kann.

Im LKW selbst stehen für die Stromproduktion wahlweise – exakt auf den Einsatzfall abgestimmt – bis zu drei Brennstoffzellen mit je 30 kW, sowie bis zu vier Wasserstofftanks mit je 4,2 kg zur Verfügung. Die Dimensionierung, also was genau benötigt wird, stimmt FAUN im Vorfeld genau mit dem Kunden auf die jeweilige Müll- oder Kehrtour ab. So hat der FAUN BLUEPOWER genau das „On Board“ was er braucht, aber schleppt nie zu viel Ballast mit und vereint ein Maximum an Ökologie und Ökonomie.

100% GREENENERGY
Spätestens bei der Frage, wo der Wasserstoff herkommt und ob dieser auch umweltfreundlich erzeugt wird, schließt sich bei FAUN der Kreis. Denn so mancher Kunde und Entsorgungsbetrieb ist in der Lage, selbst Wasserstoff zu produzieren. So kann etwa bei der Müllverbrennung Wasserstoff hergestellt werden, aber auch im eigenen Windpark. Auch jene, die sich den Wasserstoff nicht selbst herstellen können, können beruhigt sein, denn das Wasserstofftankstellennetz wächst kontinuierlich, auch bei uns in Österreich.

Bremen fährt BLUEPOWER
Der FAUN BLUEPOWER kann sich sehen, aber nicht hören lassen, denn dazu ist er selbst im Betrieb unter Volllast zu leise. In Bremen ist der BLUEPOWER bei der Müllabfuhr schon im Dauereinsatz und das zur vollsten Zufriedenheit.

„In Deutschland, der Schweiz und Teilen Skandinaviens hat man den Mehrwert von Wasserstoff für Land und Umwelt bereits erkannt und beginnt diesen umzusetzen, das fehlt hier in Österreich leider noch“, so Herbert Utz, geschäftsführender Gesellschafter der FAUN Austria, „aber wir in Österreich sind in Aufbruchstimmung und bereit“ so Utz weiter.

FAUN gehört zur weltweit agierenden Kirchhoff Gruppe mit mehr als 13.500 Mitarbeitern. Bei Kirchhoff geht man davon aus, dass bis 2030 mehr als die Hälfte aller kommunalen Sammelfahrzeuge in Deutschland mit Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben werden.

Nähere Informationen: www.faun-austria.com