E-Ortsbus Hornstein: zu 100% regional

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© Marktgemeinde Hornstein Von links: Bürgermeister Christoph Wolf und Stefan Kutsenits von K&K Busreisen.

Seit September 2019 ist in der Marktgemeinde Hornstein ein Ortsbus mit Elektroantrieb unterwegs. Als Schulbus ist er im Linienbetrieb unterwegs, während des restlichen Tages brauchen die BürgerInnen nur anzurufen, der Bus holt sie ab und bringt sie an ihr gewünschtes Fahrziel innerhalb der Gemeinde. Der erste Elektro-Ortsbus des Burgenlandes hat auch schon zwei Preise gewonnen: den Energy Globe Burgenland und den VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland.

Zuvor war wochentags von 8 bis 13 Uhr ein Ruftaxi in Hornstein unterwegs, das von der Gemeinde selbst betrieben wurde. „Im Jahr 2018 haben wir eine Verkehrsplanung von Experten bei uns in der Gemeinde durchführen lassen“, erzählt Bürgermeister Christoph Wolf. „Wir haben daraufhin Anfang 2019 einstimmig im Gemeinderat beschlossen, dass wir bei unserem neuen Ortsbus auf Elektromobilität setzen und dass wir diesen auch nicht selbst betreiben wollen, sondern eine private Firma damit beauftragen.“
Dann ging alles sehr rasch, der Gemeinderatsbeschluss war am 11. März 2019, elf Tage später erfolgte der Auftrag an eine Anwaltskanzlei eine Ausschreibung vorzubereiten und am 2. September 2019 drehte der neue Ortsbus bereits mit den ersten Fahrgästen seine Runden durch Hornstein.

Sechs Firmen interessierten sich dafür, den Ortsbus in Hornstein zu betreiben, zwei Angebote wurden abgegeben und den Zuschlag erhielt schließlich die Firma K&K Busreisen. „Besonders freut es mich, dass wir mit K-Bus und K&K Busreisen sowohl für den Hersteller des Busses, als auch für die Betreiberfirma Unternehmen aus Hornstein gewinnen konnten“, erklärt der Bürgermeister. Damit bleibt die Wertschöpfung im Ort, denn der Bus selbst wird von einem Hornsteiner Technologieunternehmen produziert und um den laufenden Betrieb sorgt sich ebenfalls ein Hornsteiner Unternehmen.

Täglich garantierter Betrieb
Die Gründe, den Ortsbus nicht selbst durch die Gemeinde zu betreiben sind einerseits die Ausfallsicherheit und andererseits ist es damit auch möglich, längere Betriebszeiten anzubieten. Schließlich ist der Bus ein Niederflur-Autobus mit 17 Sitzplätzen und erfordert einen Führerschein der Klasse D. „Es ist uns besonders wichtig, den Bus wirklich ausfallsfrei anbieten zu können,“ erklärt Wolf, „unser Vertragspartner ist daran gebunden, von Montag bis Freitag von 7 bis 17 Uhr den Bus zu betreiben.“ Für den Schülertransport fährt der Bus als Linienbus mit fixen Abfahrtszeiten, damit die Kinder auch rechtzeitig in der Schule sind.

Angebot für alle BürgerInnen
Der Bus ist sehr gut ausgelastet und befördert bis zu 60 Fahrgäste pro Tag; dabei legt er bis zu 150 Kilometer zurück. Die Hauptziele sind Ärzte, die Apotheke, der Nahversorger, aber auch Besuche werden damit gemacht. Der Bus wird zwar vorwiegend von älteren Menschen genutzt, aber er ist auch für Junge attraktiv, da er barrierefrei ist und leicht mit einem Kinderwagen oder einem Rollstuhl benützt werden kann. Bürgermeister Wolf erklärt: „Wir haben einmal pro Monat am Samstag einen Bauernmarkt und an diesem Samstag ist der Bus ebenfalls im Einsatz, um die Bürgerinnen und Bürger zum Markt zu bringen – das Angebot wird auch gerne von Familien mit Kindern genutzt.“

Kosten
Die Kosten für die Einzelfahrt belaufen sich auf 1,50 Euro pro Strecke, zur Seesiedlung, die schon fast in der Nachbargemeinde Neufeld liegt, kostet die Fahrt 2 Euro. Eine Monatskarte beläuft sich auf 30 Euro.
Kostendeckend sind diese Tarife natürlich nicht. Der Gesamtpreis für den Elektrobus beträgt rund 93.000,- Euro netto pro Jahr – darin enthalten ist der gesamte Betrieb, alle anfallenden Reparaturen, das Personal, Urlaube und Krankenstände, Instandhaltung, Wartung und dergleichen. Effektiv kostet der Bus der Gemeinde nur rund 68.000 Euro pro Jahr, da es eine Förderung des Landes dafür gibt. Zum Vergleich: Das alte Ruftaxi, das allerdings nur ein Großraum-PKW war, war mit 56.000 Euro pro Jahr zwar günstiger, allerdings nur bis Mittag im Einsatz und wenn ein Fahrer ausfiel oder das Fahrzeug zur Wartung musste, war das mit einem riesigen Aufwand für die Gemeinde verbunden.

Zwei Auszeichnungen hat der E-Ortsbus auch schon bekommen: „Unser Bus, übrigens der erste Elektro-Ortsbus des Burgenlandes, und hat bereits den Energy Globe Burgenland sowie den VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland gewonnen“, freut sich Bürgermeister Christoph Wolf über die Anerkennung.