Ein Anruf und der Bus kommt: Drei Gemeinden testen Mikro-ÖV

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LR Sebastian Schuschnig, Dejan Jovanovic, Bgm. Gernot Prinz, Bgm. Georg Kavalar, Chrysanth Ebner (Postbus Regionalmanager Süd) © Büro LR Schuschnig

In drei Gemeinden am Ossiacher See wird über den Sommer ein innovatives Öffi-Konzept für Einheimische und Touristen ausprobiert.

Mit 22. Juni 2021 ging in Bodensdorf, Steindorf und Ossiach ein neues Mikro-ÖV System in den Probebetrieb. „Wenn wir wollen, dass für mehr Menschen der öffentliche Verkehr eine echte Alternative wird, müssen die Angebote noch flexibler werden. Die Digitalisierung und neue Mobilitätsformen machen es möglich. Ich freue mich, dass wir dieses Pilotprojekt am Ossiacher See Ostufer starten“, sagt Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig im Rahmen der Präsentation.

Vorerst bis zum 19. September gibt es vor Ort mit dem Postbus Shuttle Montag bis Sonntag von 06.00 bis 22.00 Uhr eine neue Möglichkeit, mit dem Öffentlichen Verkehr individuelle und flexibel unterwegs zu sein, ganz ohne sich an starre Fahrpläne richten zu müssen. Gebucht werden kann das Postbus-Shuttle über die Postbus Shuttle App oder telefonisch über ein Callcenter. Zukünftig wird es auch möglich sein, bei Tourismusbetrieben, Ärzten und Dienstleistern in der Region direkt die An- und Abreise zu organisieren. „Der Öffentliche Verkehr ist auf Abruf dort verfügbar, wo er gebraucht wird. Die erste und letzte Meile werden damit gut abgedeckt“, betont Schuschnig. Das fahrplanbasierende System wird durch bedarfsgesteuerte Flächenbedienung ersetzt.

„Aus einem derzeit starren System mit nur sechs Haltestellen wird ein flexibles Mobilitätsnetz mit 58 Haltepunkte. Niemand geht länger als fünf Minuten bis zum nächsten Haltepunkt, jeweils im Umkreis von 300 Meter ist ab sofort ein Haltepunkt im Ostufer-Gebiet vorhanden. Dadurch hat sich die Gesamtanzahl der Einstiegsstellen beinahe verzehnfacht“, betont der Landesrat. Zumindest eine halbe Stunde im Voraus muss der Miko-ÖV gebucht werden. „Damit richtet sich der öffentliche Verkehr nach dem Leben der Menschen und nicht umgekehrt. Damit wird der öffentliche Verkehr nicht nur flexibler und bequemer, sondern das ist auch gut für das Klima“, sagt Schuschnig. Sämtliche Tourismusbetriebe, Bahnhöfe und Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sind eingebunden.

Gernot Prinz, Bürgermeister der Gemeinde Ossiach freut sich: „Ein Taxi auf Abruf verbindet nun Ossiach und Bodensdorf. Ein langersehnter Wunsch von Bürgern und Gästen.“

Bestellen kann man den Postbus Shuttle via App oder über das Kundenbüro in Klagenfurt unter der Nummer 0463 54 340.

Urlaub ohne eigenes Auto
Besonders in den Sommermonaten hat dieses Konzept auch für den Tourismus Vorteile: „Immer mehr Urlauber wollen das eigene Auto stehen lassen oder reisen gar mit dem öffentlichen Verkehr an. Mit der neuen Haltestelle in Annenheim wird der See gut mit der Bahn erschlossen. Nun testen wir den nächsten Schritt, damit die gesamte Mobilitätskette mit den Öffis ermöglicht wird“, sagt Schuschnig und führt weiter aus, dass „autoloses Anreisen von Gästen nur dann attraktiv ist, wenn ein umfangreiches ÖV-Angebot gegeben ist“.
Ebenso sieht der Mobilitätslandesrat im Mikro-ÖV eine Chance für ländliche Gebiete. „Gerade in den ländlichen Gemeinden sind gute Mobilitätsangebote eine Grundvoraussetzung. Die Versorgung mit bedarfsorientierten Mikro-ÖV-Angeboten ist eine echte Alternative, mit der wir das Angebot deutlich verbessern und die letzte Meile beispielsweise zur S-Bahn oder zu den Schnellbuslinien intelligent abdecken können“, betont Schuschnig. Erst im Dezember wurde beispielsweise zwischen Klagenfurt und Feldkirchen die Busverbindung auf einen Halbstundentakt verdichtet.

„Mit unserem innovativen On-Demand-Angebot leisten wir österreichweit nicht nur Pionierarbeit im ländlichen Raum, sondern starten in eine neue Ära des öffentlichen Verkehrs. Damit wird eine Mobilitätslücke für all jene geschlossen, die selbst nicht mit einem Pkw unterwegs sein wollen oder können – ob für Einwohnerinnen und Einwohner oder aber auch für Urlaubsgäste der gesamten Region“, freut sich Postbus Regionalmanager Chrysanth Ebner.

Georg Kavalar, Bürgermeister der Gemeinde Steindorf: „Ich bin sehr froh, dass die Gemeinde Steindorf als Teil des Pilotprojektes nun ein flexibles Verkehrsangebot für Einheimische und Gäste anbieten kann. Wir erwarten uns mit dem Projekt vor allem etwaige Lücken im Mobilitätsangebot zu verkleinern bzw. schließen zu können. Mein Herzlicher Dank ergeht an Landesrat Sebastian Schuschnig und den Postbuspartner.“

Ziel der nächsten drei Monate ist es, die idealen Bedienzeiten zu analysieren damit zukünftig ein umfangreiches Angebot für Einheimische und Gäste sichergestellt werden kann. Nach einer erfolgreichen Pilotphase soll das Mikro-ÖV-Konzept ab Herbst 2021 in den Regelbetrieb übergehen. Die Kosten für das Pilotprojekt belaufen sich auf rund 30.000 Euro und werden vom Mobilitätsreferat des Landes übernommen.