Erste energieautarke Autobahnmeisterei

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LR Sara Schaar, BM Leonore Gewessler und LR Martin Gruber am Dach der Autobahnmeisterei in Klagenfurt.

Die Autobahnmeisterei Klagenfurt verfügt schon seit rund einem Jahr über eine große Photovoltaik-Anlage, die den Standort mit Strom versorgt. Diese Anlage wurde im Februar 2021 zu einem „Smart Grid“ erweitert, also zu einem intelligenten Stromnetz mit Batteriespeicher. Damit wird der gesamte Standort rund um die Uhr mit erneuerbarer Energie versorgt und ist auch für den Fall eines Blackouts gerüstet.

Herzstück des intelligenten Stromnetzes ist die 1.100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage, die aus 702 einzelnen Modulen besteht und auf dem Dach untergebracht ist. Dazu kommen ein eigenes Batteriespeicher-Kraftwerk, ein Notstromaggregat und vor allem die intelligente Steuerung, die in Sekundenbruchteilen entscheiden kann, woher der benötigte Strom bezogen wird – aus der PV-Anlage, dem Batteriespeicher oder im Fall geringer Sonnenstromproduktion aus dem öffentlichen Netz beziehungsweise dem Notstromaggregat, sollte auch das öffentliche Netz ausfallen und die Batterie bereits leer sein.

Der Standort Klagenfurt mit der Autobahnmeisterei, der Verkehrsmanagementzentrale und den drei jeweils bis zu 70 kW starken Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge ist damit nicht nur „grün“, sondern auch für einen Blackout gerüstet und die erste „Smart Grid“-Anlage der ASFINAG in Österreich. In der Fachsprache bezeichnet „Smart Grid“ ein Stromnetz, das aus untereinander vernetzten, kommunizierenden Teilnehmern besteht.

Gewessler: Österreich bis 2040 klimaneutral machen
Eröffnet wurde die Anlage im Februar 2021 von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, der Kärntner Umweltlandesrätin Sara Schaar, Straßenbaulandesrat Martin Gruber und Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl.
Ministerin Gewessler betonte, dass die Klimakrise auch in der Corona-Krise keine Pause gemacht habe. „Wir müssen uns Ziele setzen und diese Ziele mit Maßnahmen erreichen. Gemeinsam mit den Bundesländern wollen wir Österreich bis 2040 klimaneutral machen. Es braucht den Beitrag aller“, sagte die Ministerin.

Landesrätin Sara Schaar sagte, dass Kärnten Sonnenland sei und daher bewusst bei Photovoltaik einen Schwerpunkt der Landesförderungen setze. „Es ist gut und wichtig, wenn die öffentliche Hand hier als Vorbild wirkt, damit möglichst viele Private folgen“, so die Umweltreferentin. Kärnten habe derzeit 55,1 Prozent Anteil an erneuerbaren Energien und wolle seine Vorreiterrolle weiter ausbauen. „Wir wollen, dass unsere Kinder und Kindeskinder ein lebenswertes Kärnten haben. Daher kämpfen wir tagtäglich gegen die Klimakrise“, so Schaar.

Von der energieautarken Autobahnmeisterei profitiert auch das Straßenbauamt Klagenfurt, das am gleichen Standort untergebracht ist. „Die Asfinag und das Land Kärnten haben das gleiche Ziel, nämlich gerade in Zeiten wie diesen in nachhaltige Infrastruktur zu investieren, und dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür“, so Landesrat Martin Gruber. Der Straßenbaureferent betonte außerdem, dass auch seitens des Landes Kärnten daran gearbeitet werde, weitere Straßenmeistereien mit Photovoltaikanlagen auszustatten.

Klagenfurt Vorreiter – alle anderen sollen folgen
Bei einer Spitzenleistung von 200 kWp bei optimaler Sonneneinstrahlung wird von der PV-Anlage der Autobahnmeisterei der Strombedarf von etwa 30 Einfamilienhaushalten erzeugt. 2020 hat man am Standort bereits 138.000 Kilogramm CO2 eingespart, künftig werden es pro Jahr mehr als 160.000 Kilogramm sein. Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl stellte in Aussicht, dass die Asfinag „step by step“ alle Autobahnmeistereien mit solch einer Technologie wie hier in Klagenfurt ausstatten wolle. „Unser Ziel ist es, als Betrieb 2030 stromautark zu sein“, so der Vorstand.

Die ASFINAG hat bereits mehrere Photovoltaikanlagen errichtet und noch zahlreiche in Planung. In Kärnten wurden etwa Anlagen für die Stromversorgung der Tunnel Trebesing, Katschberg und Wolfsberg gebaut, in der Steiermark ist eine PV-Anlage auf dem Portal des Plabutschtunnels. Ein massiver Schwerpunkt des ASFINAG-Klimaschutzprogrammes ist auch die Ausstattung der eigenen Standorte mit PV-Anlagen und weiteren intelligenten Stromnetzen, wie etwa in Villach und Lieserhofen (beide Kärnten), Knittelfeld oder Bruck an der Leitha. In diesem Jahr werden die Standorte Ansfelden in Oberösterreich und Inzersdorf bei Wien mit PV-Anlagen und Batteriespeichern ausgestattet.

Fotos: LPD Kärnten/Just
Quelle: Land Kärnten, Asfinag