Europäisches Bürgermeisterinnentreffen

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Vom 6.-8. August 2018 trafen sich 75 Bürgermeisterinnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Luxemburg und Südtirol zum Erfahrungsaustausch in St. Ulrich am Pillersee (Tirol).

Derzeit sind von den 2.098 Gemeinden in Österreich nur 161 in weiblicher Hand. Dass das viel zu wenige sind, meint auch Gemeindebundpräsident Bgm. Alfred Riedl: „Gerade bei den kommunalen Spitzenpositionen gibt es den größten Handlungsbedarf, denn auf Ebene der Vizebürgermeisterinnen und Gemeinderätinnen gibt es bereits viel mehr Frauen. Daher muss es allen Ebenen ein zentrales Anliegen sein, die Funktion so attraktiv zu machen und Frauen darin zu bestärken, dass sie sich für das Bürgermeisteramt entscheiden.“

Gastgeberin des Treffens war Brigitte Lackner, Bürgermeisterin der Gemeinde St. Ullrich am Pillersee: „Als begeisterte Bürgermeisterin seit mittlerweile acht Jahren ist und war es mir ein Bedürfnis, etwas an die nächste Generation weiterzugeben. Ich habe schon lange die Idee in mir getragen, dass ich bei einer Wiederwahl 2016 als Bürgermeisterin ein europäisches Bürgermeisterinnentreffen auf die Beine stellen möchte. Ich bin froh, dass diese Idee auch dank der Unterstützung des Österreichischen Gemeindebundes nun umgesetzt wird.“

Männerdomäne Bürgermeisteramt
Dass das Bürgermeisteramt auch in anderen Staaten immer noch vorwiegend ein Männerjob ist, bestätigte auch Dr. Helga Lukoschat, Vorstandsvorsitzende der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) Berlin. „In Deutschland, Luxemburg, Liechtenstein, der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und Südtirol ist der Prozentsatz von Frauen zwar etwas höher, aber immer noch unter 13 Prozent.“ Auch in der Schweiz sieht es nicht viel besser aus, im Kanton Wallis liegt der Anteil der Frauen im Amt der Gemeindepräsidentin – das dem der Bürgermeisterin entspricht – bei 9,5 Prozent, im Kanton Bern bei 16 Prozent.

Mehr Bürgermeisterinnen in Tirol
Bei den vergangenen Tiroler Gemeinderatswahlen hat sich die Anzahl der Bürgermeisterinnen von elf auf 16 erhöht. Die Anzahl der Vizebürgermeisterinnen beläuft sich derzeit auf 30. Zudem sind in Tirol 120 von 703 Gemeindevorständinnen sowie 618 von 2.450 Gemeinderätinnen weiblich. „Alles in allem sind es in Tirol immer mehr Frauen, die sich politisch engagieren. Das ist selbstverständlich zu begrüßen – es gibt allerdings noch Luft nach oben. Daher ist es wichtig, dass wir entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, die es ambitionierten Frauen erleichtern, ihre Ideen und Meinungen in das gesellschaftspolitische Zusammenleben einzubringen“, sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter.

Frauen für das Amt ermutigen
Stuhlfeldens Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher, die das erste Bürgermeisterinnentreffen in Jahr 2007 organisiert hatte, appellierte besonders an ihre Kolleginnen in den Gemeinderäten, sich das Amt zuzutrauen: „Salzburg ist das Bundesland mit den wenigsten Bürgermeisterinnen. Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im März 2019 sollten dafür genutzt werden, um möglichst viele Frauen zu ermutigen. Das Bürgermeisterinnenamt ist bei all den bekannten Herausforderungen ein Amt, in dem man viel gestalten und umsetzen kann. Ich glaube, es ist wichtig, dass auch das einmal kommuniziert wird.“

 

Foto: wmp/Gemeindebund
Quelle: Österreichischer Gemeindebund