Gleiches Online-Shopping für alle: Das Ende von Geoblocking

105

Gute Nachrichten für alle, die online einkaufen: Das Geoblocking und die automatische Umleitungen auf andere Websites werden in der EU abgeschafft!

Online-Shopping gehört für viele Europäer zum Alltag. Ob Bekleidung, Elektronik, Haushaltsgeräte oder Möbel: 57 Prozent der EU-Bürger haben 2017 etwas online gekauft. Online-Shopping ist eine der beliebtesten Aktivitäten der Internetnutzer (schon 68 Prozent der Internetnutzer kauften 2017 online ein).

Online-Shopping macht nicht an der Grenze halt: Im Jahr 2017 kaufte ein Drittel der Online-Shopper bei einem Händler in einem anderen Mitgliedstaat ein. Allerdings können Käufer dabei auf Hindernisse stoßen, die sie daran hindern, das zu bekommen, was sie wollen, insbesondere zu einem vorteilhafteren Preis.

Die Europaabgeordneten stimmten am Dienstag, den 6.2. für eine neue Geoblocking-Verordnung. Nach den neuen Regeln müssen EU-Händler den Verbrauchern überall in der EU zu den gleichen Konditionen Zugang zu Waren und Dienstleistungen gewähren, egal von wo aus die Käufer die Internetseite aufrufen.

Was ist Geoblocking?
Darunter versteht man jede Einschränkung, die von Online-Shops aufgrund der Staatsangehörigkeit, des Wohnsitzes oder des vorübergehenden Aufenthaltsorts auferlegt wird.
Ein Beispiel ist die „Länderumleitung“, nämlich wenn die Nutzer automatisch auf die „nationale“ Version einer Website weitergeleitet werden, selbst wenn sie auf die Website eines anderen EU-Landes zugreifen möchten.

Andere Formen der Diskriminierung der Verbraucher umfassen:
• Die Website akzeptiert keine Zahlungsmittel (zum Beispiel Kreditkarten) aus einem anderen EU-Mitgliedstaat.
• Ein Nutzer kann sich aufgrund seines Wohnsitzes oder seines Aufenthaltsortes, von dem er die Verbindung aufbaut, nicht auf der Website registrieren.

Eine Studie der Europäischen Kommission analysierte Tausende von Websites in der gesamten EU und stellte fest, dass in nur 37 Prozent der Fälle es Nutzern aus einem anderen EU-Mitgliedstaat möglich war, den Kauf abzuschließen und die gewünschten Waren zu erwerben. In den übrigen Fällen wurden die Nutzer in irgendeiner Form eingeschränkt – hier spricht man allgemein von Geoblocking.

Maßnahmen des Parlaments
Das Europäische Parlament beendigt diese Form der Diskriminierung, damit die Verbraucher online wie auch offline vom integrierten Binnenmarkt profitieren können. „Wir haben es geschafft, Online-Shopping dem Einkaufen in der realen Welt soweit anzugleichen, dass niemand mehr im Internet diskriminiert werden kann.“

Die neue Verordnung gilt für eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen, unter anderem für Handelswaren wie Möbel und Elektronik, Online-Dienstleistungen wie Cloud-Dienste und Website-Hosting und Unterhaltungsangebote wie beispielsweise Eintrittskarten für Freizeitparks und Konzerttickets. Die Regeln treten Ende 2018 in Kraft.

Urheberrechtlich geschützte Inhalte sind vorerst ausgeschlossen
Das Europäische Parlament hat die Kommission verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren zu prüfen, ob das Verbot von Geoblocking auch auf digitale urheberrechtlich geschützte Inhalte wie E-Books, Musik oder Online-Spiele ausgedehnt werden sollte. Diese Produkte und Dienste, die das geistige Eigentum betreffen, fallen vorerst nicht unter die neuen Regeln.

Autor: Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich
www.europarl.at