Gut gerüstet für Eis und Schnee!

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Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier (re.) beim Lokalaugenschein in der Winterdienst-Einsatzzentrale an der Johann-Metz-Straße.

Der Winterdienst der Stadt Linz ist angelaufen und seit 17. November rund um die Uhr einsatzbereit. Insgesamt sind zirka 1.000 Tonnen Streumittel eingelagert, davon 700 Tonnen Salz (Stand 5.12.2018). In den vergangenen drei Wochen wurden 230 Tonnen Salz und 20 Tonnen Splitt verbraucht. Insgesamt warten 135 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Stadtgrün und Straßenbetreuung sowie 56 Fahrzeuge auf den Einsatz im Linzer Stadtgebiet. Zusätzlich dazu wurde die Betreuung von neun Winterdienstrouten an eine Fremdfirma vergeben. Die Organisation des Linzer Winterdienstes wird jährlich evaluiert, um den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern eine bestmögliche Nutzung der Verkehrsflächen und die größtmögliche Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Winterdienst-zentrale an der Johann-Metz-Straße ist bei Bedarf rund um die Uhr besetzt, auch an Wochenenden und an Feiertagen. Denn die öffentlichen Fahrbahnen und kombinierten Rad/Gehwege sowie Stiegenanlagen müssen in den Monaten Oktober bis April schnee- und eisfrei gehalten werden. Die Streugutsilos haben eine maximale Lagerkapazität von gesamt 1.085 Tonnen Salz und 250 Tonnen Splitt.

„Die erste Bewährungsprobe hat der städtische Winterdienst heuer bereits bestanden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für den Einsatz zur Räumung der Verkehrswege von Eis und Schnee bestens vorbereitet. Die vorhandenen Ressourcen werden so effektiv wie möglich eingesetzt“, betont Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier.

Von der Wettervorhersage bis zur Räumung
Die Räumung und Streuung des städtischen Straßennetzes wird von einem Einsatzleiter in der Winterdienstzentrale an der Johann-Metz-Straße koordiniert. Diese ist im Bedarfsfall Tag und Nacht besetzt. Die Winterdienst-Einsatzleitung koordiniert hier unter Beobachtung der Wetter- und Fahrbahnsituation den Einsatz der Fahrzeuge.

Auf Grund regelmäßiger Vorinformationen über ein Internetportal der Flugsicherung Hörsching, Fachdienst Meteorologie (Austro Control) wird jeweils für die kommenden Tage, ebenso für die Wochenenden eine Bereitschaft oder eine gewisse Einsatzstärke festgelegt.

Glatteisfrühwarnsystem
Die Stadt Linz verfügt weiters über ein Glatteisfrühwarnsystem. Vier über das ganze Stadtgebiet verteilte Messpunkte liefern der Einsatzleitung Daten wie Fahrbahntemperatur, Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit und Informationen über die Fahrbahnbeschaffenheit wie Nässe oder Glätte sowie die Salzkonzentration vor Ort.

Die Koordinierung und Betreuung der Stiegenanlagen und der Geh/Radwege in den Nachtstunden und an Wochenenden/Feiertagen erfolgt bei entsprechendem Wetter durch zwei Personen.

Bei der Routenplanung werden unterschiedliche Verkehrsflächen in vier Kategorien zugeordnet und nach Prioritäten gereiht, wie Hauptfahrbahnen, Nebenfahrbahnen, Geh/Radwege und Stiegenanlagen.

Fuhrpark im Einsatz
LKWs kommen auf den Hauptfahrbahnen zum Einsatz, Unimogs auf den Nebenfahrbahnen, Schmalspurfahrzeuge auf dem Rad- und Gehwegenetz. Für den händischen Stiegendienst stehen den Teams Leicht-LKWs mit Ladeflächen zur Verfügung.

Das Hauptstraßennetz wird in Linz rund um die Uhr von fix stationierten Fahrerinnen und Fahrern abgefahren. Hier ist der Einsatz bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen sofort möglich. Die Nebenstraßen, Geh/Radwege und die Stiegenanlagen werden im Regelfall von 4 bis 22 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zwischen 5 und 22 Uhr winterdienstmäßig betreut. Hier ist jedoch eine gewisse Vorlaufzeit notwendig, da diese Fahrer in Rufbereitschaft stehen und erst den Dienstort erreichen müssen.

Die Stadt Linz betreut die Verkehrsflächen des Öffentlichen Gutes in einem höheren Stundenausmaß als in den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) vorgegeben.

Einsatzgebiet
Das Einsatzgebiet des Winterdienstes umfasst etwa 595 Kilometer Straßen sowie 250 Kilometer meist kombinierte Rad- und Gehwege, die nicht in die Anrainerverpflichtung fallen. Weiters werden 134 Stiegenanlagen vom Schnee befreit. Geräumt wird nach einem speziellen Räumplan mit Prioritäten: Zuerst die Hauptverkehrswege, die exponierten Stellen an Brücken, die Verkehrswege mit Steigungen (z.B. die „Bergstraßen“ am Pöstlingberg, an der Kapuzinerstraße, am Freinberg) und die Straßen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Buslinien). Um einmal das gesamte Straßennetz zu räumen und zu bestreuen, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Linz zirka 1.300 Fahrstreifenkilometer zurücklegen. Ins-gesamt werden pro Saison und Jahr auf den Linzer Straßen durchschnittlich zwischen 3.000 und 4.500 Tonnen Salz benötigt.

Winterbasis-Radwegenetz – Im Winter sicher mit dem Rad durch Linz
Auch heuer werden die Hauptrouten im Linzer Radwegenetz bevorzugt geräumt. Denn immer mehr Linzerinnen und Linzer wollen ganzjährig ihre Wege mit dem Rad zurücklegen. Um diesen Trend zu unterstützen, hat die Stadt Linz in der vergangenen Wintersaison einen Pilotversuch gestartet, basierend auf einem Vorschlag der Radlobby OÖ: Ausgewählte, wichtige Radwege werden vorrangig geräumt, der Rest anschließend. Nach guten Erfahrungen wird dieses Winterbasis-Radwegenetz nun dauerhaft in den Räumplan aufgenommen. Die Verkehrswege sind auf der Homepage der Stadt Linz als Plan und bei der Radlobby OÖ als Google-Maps-Karte veröffentlicht. Alle, die mit dem Rad einpendeln, können daher ihre Routen bei Schneefall entsprechend anpassen. „Der Radweg-Pilotversuch aus dem vergangenen Jahr hat sich bewährt. Im Dialog mit der OÖ Radlobby konnte das bereits bestehende Winterdienstkonzept für Radfahrerinnen und Radfahrer optimiert und fix in den Winterdienst integriert werden. Auf diese Weise gewinnt Alltags-Radeln auch in der kalten Jahreszeit weiter an Attraktivität. Damit haben wir eine erhebliche Verbesserung für die Radler erreicht“, erklärt Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier, der gleichzeitig alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Winter zu erhöhter Achtsamkeit aufruft und ersucht, die Fahrweise den Wetterverhältnissen anzupassen.

Effizienter Mitteleinsatz durch Feuchtsalzstreuung
Im Sinne der Verkehrssicherheit, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit setzt die Stadt Linz vor allem auf Feuchtsalz. Das spezielle Gemisch aus Calcium- bzw. Natriumchloridsole und Trockensalz vermindert Glättegefahr und taut Eis und Schnee in kürzester Zeit auf.

Durch den vermehrten Einsatz von Feuchtsalz kann auch die Feinstaubbelastung durch Splitt im Winter gesenkt werden. Feuchtsalz hat auch den Vorteil, dass es feiner dosiert werden kann und somit der Verbrauch sinkt.

Mit Streumittel gut versorgt
Die Stadt Linz verfügt über 16 Streumittelsilos an 13 Standorten, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet von Linz (Salzsilos: 8 Standorte mit insgesamt 11 Silos; Splittsilos: 5 Standorte mit insgesamt 5 Silos). Sie fassen insgesamt 1.085 Tonnen Salz und 250 Tonnen Splitt. Der Jahresverbrauch hängt vom Wetter ab und schwankt daher in den einzelnen Winterperioden:

Rechtliche Voraussetzungen
Die Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) sehen für die Betreuung von Fahrbahnen, Rad- und Gehwegen in Relation zu Bedeutung und Frequenz sowie der Intensität der Schneefälle gewisse Umlaufzeiten vor.

Umlaufzeit ist die Zeit, die ein Winterdienstgerät für seine Route benötigt, um einen vollständigen Räum- und Streueinsatz zu absolvieren und wieder am Beginn der Route zu stehen. Diese Zeiten kann die Stadt Linz auf all ihren Routen einhalten und somit eine Befahrung der Straßen auch bei winterlichen Verhältnissen ermöglichen.

Eine sofortige beziehungsweise gleichzeitige Räumung der Fahrbahnen ist auch der Stadt Linz nicht möglich. Besonders schwierig ist die Bewältigung der Situation bei einsetzenden Schneefällen in den Stoßzeiten, da hier die Räumfahrzeuge oft genauso im Stau stehen wie die anderen Verkehrsteilnehmer.

Winterdienstverordnung der Stadt
Geregelt wird der Einsatz der Streumittel in Linz in der vom Gemeinderat in seiner Sitzung vom 20. Oktober 2005 beschlossenen Winterdienstverordnung, die die Rahmenbedingungen für ein möglichst umweltschonendes Vorgehen bei der Bekämpfung von Eis und Schnee enthält.

Diese Verordnung erlaubt Salzstreuung auf

  • Hauptverkehrsadern,
  • exponierten Straßen,
  • Fahrbahnen, die von Bussen oder Schienenfahrzeugen im Linienverkehr benutzt werden,
  • Brücken,
  • Haltestellenbereichen für öffentliche Verkehrsmittel,
  • Rampen für Behindertenfahrzeuge und Behindertenparkplätze,
  • Stiegenanlagen,
  • Gehsteigen und Gehwegen mit einem Gefälle von mehr als zehn Prozent,
  • Gehsteigen, die straßenseitig geneigt sind und die über eine Längsentwässerung verfügen.

In diesen Fällen muss durch bauliche Maßnahmen sichergestellt sein, dass keine Auftaumittel in unversiegelte Bodenflächen und Gewässer eindringen, weder durch Versickern, Ableitung, noch durch Aufwirbelung. Es betrifft im Linzer Stadtgebiet maximal 15 Prozent der Verkehrswege, wo keine Salzstreuung erlaubt ist und daher Splitt gestreut wird.

Betreuung der Gehsteige ist Anrainerpflicht
Die Betreuung fast aller Gehsteige ist aber laut Straßenverkehrsordnung Aufgabe der Anrainer oder der Eigentümer von Häusern und Liegenschaften. Laut § 93 StVO müssen Gehsteige und Stiegenanlagen entlang der gesamten Liegenschaft täglich zwischen 6 und 22 Uhr von Schnee befreit sowie bei Glätte gestreut werden.

Appell an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer
In der Straßenverkehrsordnung ist angeführt, dass Lenker eines Fahrzeuges die Fahrgeschwindigkeit den gegebenen oder durch Straßenverkehrszeichen angekündigten Umständen anzupassen hat, insbesondere den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, sowie den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung. Speziell in der kalten Jahreszeit bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen ist im Besonderen darauf zu achten.

Quelle: Magistrat der Stadt Linz