Innsbrucks Winterdienst war heuer stark gefordert

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In der Stadt Innsbruck sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amts Straßenbetrieb für den Winterdienst auf 550 Kilometer Fahrbahn verantwortlich. Starke Schneefälle Mitte Jänner forderten die MitarbeiterInnen der Stadt, die dabei auch Unterstützung durch externe Dienstleister bekamen.

Der Winterdienst in der Stadt Innsbruck hatte in diesem, eigentlich sehr durchschnittlichen Winter vor allem mit einem Großereignis im Jänner 2021 zu kämpfen: Nachdem zwischen 14. und 16. Jänner 2021 84 cm Schnee gefallen war, musste dieser von der Straße geräumt und abtransportiert werden. Da es leider auch sehr kalt war, konnte auch nichts von selbst wegtauen. So wurden in Innsbruck innerhalb von 14 Tagen 93.000 m3 Schnee verladen und abgeführt. Zum Vergleich: Im gesamten Winter 2018/19, einem relativ strengen Winter, waren 73.000m3 Schnee wegzubringen.

Wie viel Arbeit das Verladen und Abtransportieren des Schnees war, zeigt sich, wenn man bedenkt, dass auf eine LKW-Ladung zwischen 10 und 30 Kubikmeter Schnee passen: „Mehrere tausend LKW-Fuhren mussten beladen, und aus dem öffentlichen Raum abtransportiert werden“, sagt Peter Hölzl, Amtsvorstand der Abteilung Straßenbetrieb, der auch den Jahresvergleich anregt: „Im Winter 2019/20 waren insgesamt nur 1.500 Kubikmeter Schnee angefallen.“

Peter Hölzl, Amtsvorstand der Abteilung Straßenbetrieb

Der frisch geschneite Schnee wird über Schneeabladerampen in den Inn verbracht, „dafür haben wir natürlich eine wasserrechtliche Bewilligung“, erklärt Hölzl. „Der verschmutzte Schnee kommt auf eine befestigte Parkfläche, wo der Schnee mit der Zeit wegtaut. Die Reste werden dann entsorgt“, so der Abteilungsvorstand.

„Wir hatten zur Bewältigung dieser Ausnahmesituation rund um die Uhr sämtliche verfügbaren Kräfte des Straßenbetriebs und auch anderer Ämter im Einsatz, um die 550 Kilometer städtischer Fahrbahn und 380 000 m2 Gehsteigflächen vom Schnee frei zu räumen“, unterstreicht Hölzl. In den Straßenbauhöfen sind 110 MitarbeiterInnen, im Bereich Fuhrpark 19 und in der Werkstatt 12 MitarbeiterInnen beschäftigt.

Fuhrpark
Die Abteilung Straßenbetrieb verfügt über einen Fuhrpark mit 14 Großfahrzeugen, die alle mit Schneepflug und Streuer ausgerüstet sind. Zur Räumung und Streuung der Geh- und Sonderflächen stehen 12 weitere kommunale Trägerfahrzeuge mit Pflug und Streuer zur Verfügung. Für den manuellen Winterdienst, also händisches Räumen und Streuen, sind die MitarbeiterInnen mit 26 Kleinfahrzeugen im Einsatz. Darüber hinaus gibt es in der Abteilung Straßenbetrieb noch sechs Pritschenwägen. Im Falle eines Großeinsatzes kommen noch zwei Traktoren mit Personal und Anbaugeräten vom Amt „Wald und Natur“ hinzu.

Unterstützung durch externe Dienstleister
Bei Extremereignissen werden zur Unterstützung der städtischen MitarbeiterInnen auch private Unternehmen und Einzelpersonen beschäftigt. Diese VertragspartnerInnen der Stadt verpflichten sich während der Wintersaison jederzeit, auch an Wochenenden und in der Nacht, ihre Fahrzeuge und Fahrer bereit zu stellen. Ihre Aufgabenbereiche sind die Räumung – vor allem mit Traktoren und Schneepflügen –, die Salzstreuung sowie die Schneeverladung- und abfuhr.
Insgesamt 21 Traktoren mit Pflug und Streuer, 14 Radlader, 54 LKW, 18 Traktoren mit Hänger und fünf Anbaufräsen können so zu Spitzenzeiten die Kräfte des Straßenbetriebs verstärken.
„Es wäre den Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gegenüber völlig unverantwortlich, diese nur zu absoluten Spitzenzeiten des Schneefalls notwendigen Ressourcen 365 Tage im Jahr aus öffentlichen Ressourcen zu finanzieren“, betont Stadträtin Uschi Schwarzl, zuständig für Umwelt und Straßenbetrieb.

Gestreut wird in Innsbruck mit Steinsalz bzw. mit Feuchtsalz. Obwohl heuer große Schneemassen zu bewältigen waren, blieb der Streumittelverbrauch heuer mit 2.300 Tonnen unter dem Verbrauch von 2018/19 mit 3.600 Tonnen.

Radwege bekommen Priorität
Für den kommenden Winter sind weitere Adaptierungen in Bezug auf die Schneeräumung der Radwege vorgesehen. Im Rahmen des städtischen Masterplan Radverkehr 2030 sind ganzjährig gut zu nutzende Radschnellwege und regionale Radrouten eine der wichtigsten Maßnahmen.
„Wir wollen da auch an das Verständnis der anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer appellieren. Das bedeutet, dass Radfahrerinnen und Radfahrer genau wie alle anderen Verkehrsteilnehmer, das Recht haben, bei Wind und Wetter unterwegs zu sein. Jedes Auto, das bei Schneefall ‚zu Hause‘ bleibt, ist ein Gewinn für die Umwelt aber auch für all jene, für die die PKW-Nutzung noch unverzichtbar ist,“ erklärt Stadträtin Uschi Schwarzl.

Bis dahin ist dann hoffentlich auch wieder Teamwork möglich, denn derzeit erfolgt der Arbeitseinsatz der MitarbeiterInnen aufgrund der COVID-Maßnahmen nur alleine. Auch die Arbeitsgruppen wurden getrennt und für alle gelten derzeit erhöhte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen.

Bilder: Magistrat Innsbruck