International gefragte Profis: Tüftler am Streuhebel

21
Winterdienst der Straßenmeisterei Mauterndorf im Lungau Straßenmeister Andreas Bogensperger mit dem Salz/Sole Streuwerk

Stefan Mayer vom Salzburger Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit Andreas Bogensperger, einem der Lungauer Salz-Streutüftler, gesprochen. Dieses Interview wollen wir Ihnen nicht vorenthalten – lesen Sie selbst, wie die MitarbeiterInnen der Straßenmeisterei Lungau den Salzverbrauch um 40 Prozent reduzieren konnten.

LMZ: Sole statt Salz – wo liegen die Vorteile?

Bogensperger: Salz hat nur bis knapp unter dem Gefrierpunkt eine Auftauwirkung. Darunter kaum noch. Bei uns im Lungau ist es aber oft viel kälter. Wenn ich Sole auf die Straße bringe, wirkt das bis minus 18 Grad.

LMZ: Ist Salz nicht gleich Salz?

Bogensperger: Salzkörner können leicht vom Wind oder Fahrzeugen aufgewirbelt und von der Straße geblasen werden. Dann ist die Wiese salzig und die Straße eisig. Wir haben das genau untersucht: Bis zu einem Drittel Salz wird so nutzlos verpulvert. Und die Sole wirkt bereits, bevor der Schnee fällt oder sich Eis bilden kann.

LMZ: Ist die Verwendung von Sole der einzige Einsparungsfaktor?

Bogensperger: Es kommt auch darauf an, wie und wo man streut. Die Sicherheit ist immer oberstes Gebot. Aber durch Tüfteln und langjährige Erfahrung kriegt man raus, wo weniger mehr ist und umgekehrt. Darin liegt die Kunst beim Salzstreuen.

LMZ: Sprechen sich die Erfolge dieser „Kunst“ herum?

Bogensperger: Zu Beginn ist man immer ein bisschen Prophet in der Wüste. Aber die Zahlen sprechen für sich. Inzwischen sind unsere Erfahrungen in Fachkreisen bis ins Ausland gefragt. Schließlich wollen alle ihre Straßen günstig, sicher und umweltfreundlich frei von Eis und Schnee halten.

Quelle: LMZ, Foto: Franz Neumayr/Land Salzburg