Kommt das Händeschütteln aus der Mode?

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(c) Nantawan Leis

Höflich bleiben in Zeiten des Corona-Virus. Ein Knigge von Richard Wawricka.

„Abstand halten“ lautet die Devise. Höfliches Händeschütteln gehört jetzt wahrscheinlich der Vergangenheit an. Unser Herr Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat in seiner Ansprache ebenfalls davon gesprochen, dass wir uns anstatt des Händeschüttelns, zumindest vorläufig, auch etwas Anderes einfallen lassen müssen und hat den „Wai“ vorgezeigt.

Der „Wai“ ist der traditionelle Gruß in Thailand, der mir nicht allzu fremd ist, denn meine Frau Rungkarn kommt aus Thailand. Dabei begrüßen Frauen ihr Gegenüber mit „Sawadii kha“ und Männer ihr Gegenüber mit „Sawadii khrap“. Das Falten der Hände zum „Wai“ ist auch eine Geste, mit der man seinem Gegenüber Respekt zollt, denn es ist nicht nur Gruß, sondern auch Danksagung. „Koob khun khrab“ sagen Männer, „Koob khun kha“ die Frauen.

Die Ausführung des „Wai“ ist ganz einfach: Die Handflächen werden in der Höhe zwischen Brust und Kopf leicht aneinandergelegt, je höher man die Hände dabei hält, umso mehr Respekt zollt man seinem Gegenüber. Begleitet wird die Geste von einem Nicken mit dem Kopf.

Möchte man sich bei jemandem entschuldigen, so reicht man ihm bei uns die Hand. In Thailand wird hier ebenfalls der „Wai“ verwendet, zusammen mit einer Verbeugung. Männer sagen dazu „Khoo thood khrab“, Frauen „Khoo thood kha“.

So wie es aussieht, werden wir in den nächsten Monaten keine fernen Länder bereisen können. Zumindest mit dem Begrüßen können wir uns ein bisschen Exotik in den Alltag holen – grüßen wir mit dem „Wai“ und schützen wir und selbst und andere vor Ansteckung mit dem Coronavirus!

Vielen Dank an meine Nichte Annabelle und meinen Neffen Benjamin, die zeigen, wie man den „Wai“ richtig ausführt.