Kühle Meile Zieglergasse

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So wird die Zieglergasse nach dem Umbau aussehen. Sprühbrunnen kühlen die PassantInnen und Bäume sorgen für Beschattung. (c) ZOOMVP.AT

Die Zieglergasse in Wien soll die erste klimaangepasste Straße werden. Dazu werden neben der Errichtung von Wasserentnahmestellen und Kühlbögen auch 24 neue Ulmen zur Beschattung gepflanzt. Der Spatenstich zur „Kühlen Meile Zieglergasse“ erfolgte im August, Ende des Jahres 2019 werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

„Der bisherige Sommer war einer der heißesten der Messgeschichte. Die Auswirkungen des Klimawandels bekommen sowohl Neubauerinnen und Neubauer als auch alle anderen Bewohnerinnen und Bewohner Wiens immer stärken zu spüren. Wir steuern den Hitzetagen mit der ‚Kühlen Meile Zieglergasse‘ entgegen“, sagt Markus Reiter, Bezirksvorsteher des 7. Bezirks Neubau. „Wiens erste klimaangepasste Straße ist ein Best-practice-Beispiel für die Schaffung von Lebensraum mit natürlicher Beschattung und kühlem Nass, der Hitzetage erträglicher machen wird. Die Umgestaltung der Zieglergasse in eine ‚kühle Meile‘ bildet zudem auch den Grundstein der ‚Kühlen Zone Neubau‘, dem Pilotprojekt für Klimaanpassung in Wien.“

Nach dem im Vorjahr durchgeführten Wasserleitungstausch der Stadt Wien über weite Abschnitte der Zieglergasse findet nun die Neugestaltung des Straßenraumes statt. Im Zentrum des Umbaus stehen helle Pflasterung, natürliche Beschattung und kühlendes Nass.  Sogenannte „Kühlbögen“ sollen hier die Passanten erfrischen. Dabei handelt es sich um um vier Edelstahlkonstruktionen in geschwungener Bauform, die in einer Höhe von 3,5m über mehrere Düsen einen feinen Sprühnebel abgeben. Das erforderliche Wasser wird im Inneren der Stahlkonstruktion über Hochdruckpumpen zu den Auslässen gepumpt und an den Düsen fein zerstäubt. Die Hochdruckvernebelung und die damit verbundene rasche Verdunstung, sorgt an heißen Sommertagen in unmittelbarer Umgebung für einen kühlenden Effekt auf der Haut. Ziel dieser „Kühlbögen“ ist es unter anderem, das Mikroklima in dicht verbauten Gebieten an hochsommerlichen Tagen punktuell subjektiv zu verbessern.

Insgesamt werden vier Kühlbögen, fünf Pergolen mit Sitzelementen, 32 Einzelsessel, fünf Hydrantenaufsätze und 24 Bäume für hohe Aufenthaltsqualität und kühlere Temperaturen sorgen. Zwischen Apollogasse und Lerchenfelder Straße werden 20 neue Bäume gepflanzt, bereits im Vorjahr wurden schon zwischen Mariahilfer Straße und Apollogasse vier Bäume gesetzt.

Ulmen sorgen für optimale Beschattung
Die Auswahl der Bäume erfolgte nicht zufällig, weiß Silvia Aigner von der MA 28, Straßenverwaltung und Straßenbau: „In der Zieglergasse werden Ulmen, spezielle ®Resista-Sorten, gepflanzt. Diese Ulme ist ein mittel-großkroniger Laubbaum, der sehr gut stadtverträglich ist und von seiner Kronengröße angepasst an den Abstand Baumstandort zur Fassade, das heißt die Kronenentwicklung wird nach wenigen Jahrzehnten – rund 20-30 Jahren – den vollen Raum zwischen Baum und Fassade ausfüllen. Ein weiterer Grund warum dieser Baum ausgesucht wurde ist, dass dieser im Bezirksumfeld noch kaum gepflanzt wurde und eine Durchmischung von verschiedenen Baumarten/Sorten ganz wichtig ist, weil leider immer wieder einzelne Baumarten erkranken können, (z.B. Eschentriebsterben)“, so Aigner.

Die Fertigstellung der „gekühlten“ Zieglergasse mit den neuen Bäumen ist für Ende des Jahres 2019 geplant.