Land NÖ: 353 Maßnahmen für das Klima

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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf informierten über das Klima- und Energieprogramm 2021-2025. © NLK_Filzwieser

Ende Jänner stellten Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf das Klima- und Energieprogramm für die Umsetzungsperiode 2021 bis 2025 vor. Dabei handelt es sich um das erste von zwei Programmen, um die landeseigenen Klima- und Energieziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

Die konkreten Ziele für eine saubere, erneuerbare und nachhaltige Energiezukunft habe man im NÖ Klima- und Energiefahrplan 2020 bis 2030 festgeschrieben, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Nämlich die Treibhausemissionen um 36 Prozent zu reduzieren, die Stromerzeugung durch Photovoltaik zu verzehnfachen und die Leistung aus Windkraft zu verdoppeln. Darüber hinaus sollen 10.000 sogenannte Green-Jobs geschaffen werden.“

Ziel des Landes Niederösterreich ist es, die gesamte Landesverwaltung bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen. 353 Einzelmaßnahmen zur Erreichung dieser Ziele wurden im aktuellen Umsetzungsprogramm festgehalten.

Ölfreie Beheizung der Landesgebäude
Alle Landesgebäude sollen bis zum Jahr 2025 ölfrei beheizt und dort, wo es möglich ist, Gasheizungen durch erneuerbare Nahwärme ersetzt werden. Neben der Ausstattung der Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen soll mit Hilfe von Beschattungs- und Begrünungs-Maßnahmen auch im Sommer ein angenehmes Klima geschaffen werden.

Fuhrpark fährt elektrisch
Emissionsfrei betriebene Fahrzeuge sollen beim Landesfuhrpark ab dem Jahr 2022 zum Standard werden. Derzeit beträgt der Anteil an Elektro-PKWs 20 Prozent. Ab dem Jahr 2027 soll es, mit Ausnahmen von Einsatz- und Sonderfahrzeuge, keine PKW mit Verbrennungsmotoren mehr im Fuhrpark geben. Auch der Ausbau der e-Ladeinfrastruktur bei allen Landesstellen wird vorangetrieben.

Ausbau der Öffis
Ebenso investiert das Land in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Mit dem Verkehrsministerium wurden knapp vor Weihnachten insgesamt 1,35 Milliarden Euro in den Ausbau der Bahninfrastruktur im Wein- und Waldviertel vereinbart. Auch flexible Mobilitätsangebote wie zum Beispiel Anrufsammeltaxis, Rufbusse oder Car-Sharing werden weiter forciert. Darüber hinaus bekommen Gemeinden bei der Errichtung von Rad-Schnellwegen Unterstützung mit bis zu 80% der Kosten.

Mobilitäts- und Energiewende in den Gemeinden
Allein im vergangenen Jahr hat es über 1.000 Förderberatungen bei den Gemeinden für klimaschonende Maßnahmen gegeben. „Es gibt kaum einen Bereich, wo keine klimaschützenden Maßnahmen gesetzt werden können“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

„Mit einer klimaneutralen Landesverwaltung und Vorzeigeprojekten in den Gemeinden wollen wir Vorbild im Land und in den Gemeinden sein“, betonte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Die Mobilitätswende soll durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und durch neue Radwege im ganzen Land geschafft werden. Darüber hinaus soll die Energiewende durch den Ausbau erneuerbarer Energie beschleunigt und wo es geht Energie eingespart werden.

„Was wir für unsere Energiewende allerdings brauchen, ist das Erneuerbaren Ausbau Gesetz des Bundes, das die Fördermodalitäten für Wind, Wasser, Sonnenkraft und Biomasse regelt“, so Pernkopf, der zuversichtlich ist, dass Mitte Februar die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden. „Die rasche Umsetzung des Erneuerbaren Ausbau Gesetz werde laut Pernkopf sofort Investitionen von 550 Millionen Euro und sauberen Strom für 425.000 Haushalte in Niederösterreich bringen. „Das wäre auch ein enormer Schub für die heimische Wirtschaft und Green Jobs.“

NÖ auf gutem Weg
Im Bundesland Niederösterreich wurden schon in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen gesetzt, so Landeshauptfrau Mikl-Leitner: „Beim Thema Klimaschutz handeln wir in Niederösterreich nach dem Grundsatz ‚Klima konkret – tun, was ein Land tun kann‘. Niederösterreich ist beim Klimabündnis mit aktuell 427 Mitgliedsgemeinden Europameister. Seit 2015 deckt Niederösterreich seinen Strombedarf zu 100 Prozent durch erneuerbare Energie ab. 2019 folgte das Ölheizungsverbot im Neubau; auch hier ist Niederösterreich Vorreiter und setzte als erstes Bundesland diesen Schritt. Das letzte Kohlekraftwerk Niederösterreichs in Dürnrohr ist ebenfalls 2019 geschlossen worden. Vor zwei Jahren haben wir auch die 1. NÖ Jugendklimakonferenz gestartet und im Vorjahr mit dem Sonnenkraftwerk Niederösterreich das größte Photovoltaik-Bürgerbeteiligungsprojekt Europas ins Leben gerufen.“

Quelle: NLK, Foto: © NLK_Filzwieser