MA 48 testet Abbiege-Assistenz-Systeme

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Die MA 48 testet aktuell drei Abbiege-Assistenz-Systeme mit optischen bzw. akustischen Warnsignalen von vier unterschiedlichen Anbietern in ihren Müllfahrzeugen.

„Die MA 48 testet auf Hochdruck und ist mit den Herstellern in engster Abstimmung. Die derzeitigen Test-Ergebnisse sind jedoch noch nicht perfekt, die MA 48 wird die Testreihe daher fortsetzen“, erklärt Umweltstadträtin Ulli Sima bei einem Besuch in der Zentrale der MA 48, wo aktuell getestet wird. So werden in der kommenden Woche noch weitere Systeme im Echt-Betrieb ausprobiert. „Wir hoffen, dass die MA 48 gemeinsam mit den Herstellern rasch ein perfektes System entwickelt, das dann auch zum Vorbild für ganz Österreich werden könnte“, so Sima. „Die bisher erprobten Systeme sind leider phasenweise noch fehleranfällig. Wir melden das Feedback unserer Fahrer, die nun im Alltag die unterschiedlichen Modelle ausprobieren, umgehend an die Hersteller und versuchen gemeinsam zu optimieren“, so MA 48-Abteilungsleiter Josef Thon.

Wie auch beim Gipfel im Verkehrsministerium von vielen Seiten vorgebracht, wären auch für die Stadt Wien einheitliche technische Standards wie eine österreichweit gültige Norm und ein gesetzlicher Rahmen von Vorteil. Sima geht davon aus, dass sich aufgrund der aktuellen Debatte der Druck auf die Hersteller von Abbiege-Assistenten erhöhen wird und es rasch zu Lösungen kommt.

Im Fuhrpark der Stadt befinden sich aktuell rund 500 LKWs, darunter 300 Müllfahrzeuge. In Wien sind insgesamt 4.680 LKWs mit höchst zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen zugelassen. Zusätzlich sind in Wien viele LKWs aus anderen Bundesländern unterwegs.

Zum Schutz der Verkehrsteilnehmer setzt die MA 48 als verantwortliche Abteilung für den Fuhrpark der Stadt Wien auf Fahrzeuge mit hohen Sicherheitsstandards und auf bestens geschultes Personal.

Laufend wird der Markt für technische Weiterentwicklungen beobachtet, zudem bestehen zwecks Erfahrungsaustausch enge Kontakte zu deutschen Entsorgungsbetrieben, die mit denselben Problemen konfrontiert sind.

Abbiege-Assistenz-Systeme im aktuellen Test
Im Echtbetrieb läuft im Moment der Testbetrieb mit vier Müllsammelfahrzeugen. Es werden drei unterschiedliche Systeme von vier Anbietern in der Praxis erprobt. Alle Systeme verfügen über einen zusätzlichen Monitor im Führerhaus. Getestet wird die Verlässlichkeit, d.h. ob Gefahren tatsächlich erkannt werden, etwaige Fehlauslösungen sowie die mögliche Desensibilisierung/Irritation von LenkerInnen durch die Vielzahl an Spiegeln, Kameras und Warnsystemen.

  • Sensoren mit Bilderkennungssoftware
    Dieses System verfügt neben der eingebauten Kamera rechts vom Fahrerhaus zusätzlich über eine Bilderkennungssoftware. Stellt das System eine Bewegung im definierten Gefahrenbereich fest, erhält der Fahrer ein optisches bzw. ein akustisches Warnsignal.
  • Sensoren mit Lichtlaufzeitmessung
    Die Sensoren sind links und rechts vor der Hinterachse montiert. Sie reagieren bei Auftauchen eines Objekts. Es funktioniert bei Betätigung der Blinker wie ein Echolot, wobei die Entfernung zu einem Objekt mittels ausgesendeten und zurückgesendeten Licht gemessen wird. Es verfügt über ein optisches Warnsignal.
  • Sensoren mit Ultraschall
    Der Gefahrenbereich wird durch Ultraschallsensoren überwacht. Bei Erkennen eines Objekts wird der Fahrer optisch bzw. akustisch gewarnt. Es kann sowohl durchgehend während der Fahrt aktiviert werden, als auch durch Betätigung des rechten Blinkers.

Derzeitiges System bei Müllsammelfahrzeugen mit enorm hohem Standard
Derzeit verfügen alle Müllsammelfahrzeuge der MA 48 über eine Rückfahrkamera und ein 7-Spiegelsystem: Ein EU-Front-Spiegel, zwei Bordsteinspiegel, zwei Rück- und zwei Weitwinkelspiegel – jeweils links und rechts. Dieses Standardsystem der MA 48 übertrifft bereits heute die gesetzlichen Vorgaben. Mit diesem System lassen sich tote Winkel bereits heute weitgehend ausschließen. Zusätzlich werden die LenkerInnen laufend etwa an einem eigenen Fahrsimulator geschult. Alle Müllsammelfahrzeuge verfügen zudem über eine Trittbrettsteuerung. Steht jemand am Trittbrett, begrenzt die Steuerung bei einer Fahrt nach vorne die Geschwindigkeit auf maximal 30 km/h und verhindert das Zurückschieben.

„Die MA 48 leistet hier schon seit Jahren Pionierarbeit und will nun sehr rasch gemeinsam mit den Herstellern perfekte Lösungen für Abbiege-Assistenten erarbeiten. Ziel ist der rasche Einbau von funktionierenden Systemen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in unserer Stadt und darüberhinaus könnte das System zum Vorbild für ganz Österreich werden“, so Sima abschließend.

 

Quelle: RK, Foto: PID/Christian Fürthner