Maßnahmen zur Motorradsicherheit

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Auf der B119 wurden an drei Kurvenkombinationen (Straßenkilometer 13, 19 und 22) spezielle Fahrbahnmarkierungen angebracht. © Land Oberösterreich

Die B119 zwischen Grein und Dimbach in Oberösterreich ist eine beliebte Strecke für Motorradausflüge. Um die Lärmbelastung für die Anrainer zu reduzieren, aber auch um die Sicherheit der Biker zu erhöhen, hat das Land Oberösterreich im Sommer 2020 zahlreiche Maßnahmen gesetzt: Ein Lärmmessgerät, eine Geschwindigkeitsanzeige und spezielle Bodenmarkierungen wurden angebracht, um die Situation zu verbessern.

Enge Kurven in Schräglage zu fahren ist ein Traum vieler MotorradfahrerInnen. Häufig entstehen daraus aber Gefahrensituationen, indem an unübersichtlichen Kurvenabschnitten gefährlich weit über die Mittellinie gefahren wird. Wenn es dann zum Gegenverkehr kommt, reagieren die BikerInnen meist mit Ausweichmanövern, die zu Stürzen und gefährlichen Verletzungen führen können. Im Jahr 2020 gab es allein im Bundesland Oberösterreich bis Anfang August bereits elf tödlich verunglückte MotorradfahrerInnen.

Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) lassen sich viele Motorradfahrer/innen zumeist unbewusst durch die Mittellinie zu einer falschen, gefährlichen Fahrlinie verleiten. Neue Bodenmarkierungen sollen das Kurvenfahrverhalten sicherer machen und die Zahl der Unfälle in Oberösterreich verringern.

Bodenmarkierung entlang der Mittellinie
An drei Kurvenkombinationen entlang der B119 von Grein in Richtung Dimbach wurden Bodenmarkierungen angebracht, die MotorradfahrerInnen vor waghalsigen Kurvenfahrten schützen sollen. Bereits in anderen Bundesländern zeigten diese Maßnahmen positive Erfolge. Nach einer Testphase soll die Wirksamkeit der Markierungen auf der B119 im Rahmen eines Sachverständigenberichts beurteilt werden. „Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan beim Motorradfahren. Durch die optische Verschmälerung der Kurvenbereiche erwarten wir uns, dass die Fahrlinien eingehalten werden und die MotorradfahrerInnen in den Kurvenbereichen nicht über die Mittellinien hinausragen. Wenn sich Erfolge zeigen, sollen weitere Motorradstrecken mit Bodenmarkierungen versehen werden“, so Günther Steinkellner, Landesrat für Infrastruktur.

Lärm- und Geschwindigkeitsmessung
Auf der B119 in Fahrtrichtung Dimbach wurde außerdem ein fix installiertes Messgerät zur Detektion von Motorradlärm installiert. Bei einer Überschreitung des voreingestellten Dezibel-Wertes von 84 dB wird über eine Displayanzeige an der darauffolgenden Anzeigetafel das Wort „Leiser!“ angezeigt. Aber nicht nur die Lautstärke wird gemessen, auch auf überhöhte Geschwindigkeit folgen Warnhinweise. Wenn Motorräder die 70 km/h Beschränkung überschreiten, wird das Wort „Langsam“, anderenfalls „Danke“ angezeigt. Somit werden die MotorradfahrerInnen sowohl auf die Geschwindigkeit, als auch auf die Lärmemissionen hingewiesen.

„Vielen Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern ist häufig nicht bewusst, welche Lärmpegel von ihren Maschinen ausgehen. Mit dem Dialogboard haben wir ein Pilotprojekt gestartet, bei welchem die MotorradfahrerInnen direktes Feedback bekommen. Ich freue mich, wenn dadurch das Bewusstsein für angepasste Geschwindigkeiten und Lärmemissionen gestärkt wird“, so Günther Steinkellner.
Die Erfahrungen mit dem Gerät werden heuer nach Ende der Saison ebenfalls von Sachverständigen ausgewertet. Wenn sich positive Effekte zeigen, soll über die Installation weiterer Geräte an einschlägigen Strecken nachgedacht werden, kündigt der Landesrat an.

Auf der B119 wurden an drei Kurvenkombinationen (Straßenkilometer 13, 19 und 22) spezielle Fahrbahnmarkierungen angebracht. © Land Oberösterreich