OÖ setzt auf Energie vom Dach

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Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner (li) und Landeshauptmann Thomas Stelzer mit einem Photovoltaik-Paneel. © Land OÖ/Mayrhofer

Das Land Oberösterreich baut in den nächsten Jahren die Stromgewinnung über Photovoltaikanlagen kräftig aus. Ziel ist, die Stromgewinnung über PV-Anlagen bis zum Jahr 2030 zu verzehnfachen.

Das Land Oberösterreich hat sich zum Ziel gesetzt, Vorreiter bei der Energiewende zu werden. Aus diesem Grund wurde die Landes-Energiestrategie „Energie-Leitregion OÖ 2050“ beschlossen. Ziele der Strategie sind einerseits die Erhöhung der Energieeffizienz und andererseits die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen – im Vordergrund stehen hier vor allem Wasserkraft und Sonnenenergie. Für die Wasserkraft gibt es bereits ein umfassendes Ausbauprogramm und für die Erzeugung von Sonnenstrom hat das Land die „OÖ Photovoltaik-Strategie 2030“ ausarbeiten lassen.

Heimische Wertschöpfung durch PV-Ausbau
„Mit der ‚OÖ. Photovoltaik-Strategie 2030‘ wollen wir einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und damit zur Erreichung der Klimaziele leisten. Zugleich soll damit auch ein starker Impuls für die oberösterreichische Energietechnologie-Branche gesetzt werden. Denn beim Photovoltaik-Ausbau gibt es eine hohe heimische Wertschöpfung. Daher wollen wir unsere Energietechnologie-Unternehmen durch einen starken Heimmarkt fördern und unterstützen. Mit dem massiven PV-Ausbau sichern und schaffen wir Arbeitsplätze und tragen so dazu bei, dass Oberösterreich gestärkt aus der Krise hervorgeht“, unterstreichen Landeshauptmann Thomas Stelzer und Energie-Landesrat Markus Achleitner.

Ziel des Landes ist es, beim Stromverbrauch bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 80-97 Prozent an erneuerbaren Energieträgern zu erreichen. Dazu müssen Wasserkraft, Biomasse und vor allem die Photovoltaik ausgebaut werden. Ende des Jahres 2019 gab es in Oberösterreich rund 30.000 PV-Anlagen mit einer jährlichen Stromerzeugung von 345 GWh, was dem Stromverbrauch von rund 100.000 Haushalten entspricht. Bis zum Jahr 2030 soll die Stromerzeugung aus Photovoltaik um das Zehnfache auf 3.500 GWh steigen.

Ausbau in erster Linie auf Dachflächen
Beim Ausbau der Photovoltaik setzt Oberösterreich auf ein Priorisierungsmodell. Höchste Priorität hat der Ausbau auf Dachflächen vor verbauten Flächen (z.B.: Parkplätzen) und belasteten Flächen wie Halden, Deponien, Verkehrs- und Verkehrsrandflächen. Geringste Priorität haben PV-Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlich nutzbaren Böden.

Die Potentiale zum Ausbau der Photovoltaik sind hoch, es stehen 300.000 Einfamilienhäuser, 40.000 Mehrfamilienhäuser, 40.000 Nichtwohngebäude, 430 Deponien, 2.900 Parkplätze sowie 3.028 Verkehrsrandflächen zur Verfügung.

Auf den zehn Klinik-Standorten des Landes Oberösterreich werden jetzt ebenfalls PV-Anlagen errichtet. Dazu haben die Energie AG und die Gesundheitsholding Oberösterreich (OÖG) Contracting-Verträge abgeschlossen. Insgesamt können mit diesen Anlagen jährlich rund 2,5 GWh Strom aus Sonnenenergie gewonnen werden, die gleich in das Stromnetz der jeweiligen Klinik eingespeist werden.

Quelle: Land OÖ, Foto © Land OÖ/Mayrhofer