Probefahrt mit selbstfahrenden E-Bussen

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In der Seestadt Aspern im 22. Wiener Gemeindebezirk sollen ab dem Frühjahr 2019 selbstfahrende Autobusse mit Elektroantrieb unterwegs sein. Im Juli 2018 fand der erste Test unter Realbedingungen auf einer öffentlichen Straße statt.

Auch wenn die Busse autonom fahren ist trotzdem – ein gesetzlich vorgeschriebener – Operator mit an Bord. Auf der knapp einen halben Kilometer langen Teststrecke zwischen der U2-Station „Seestadt“ und dem Technologiezentrum der Aspern Smart City Research (ASCR) wurden die Busse erstmals getestet. Die Autobusse fahren nicht einfach nur, sondern sie können auch mit der Ampel kommunizieren. Diese Funktion wurde im Rahmen der Probefahrt ebenfalls ausprobiert.

„Im Rahmen der wissenschaftlichen Leitung des Projekts arbeiten wir an der optimalen Integration des automatisierten Busses in das Gesamtverkehrssystem. Im Fokus stehen insbesondere die robuste Erfassung der Umgebung sowie die Interaktion zwischen dem Bus und den Fahrgästen bzw. den VerkehrsteilnehmerInnen im Straßenraum. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die optimale Auslegung des Fahrzeugs, der Haltestellen und der Linienführung“, sagt Arno Klamminger, Head of Center for Mobility Systems des AIT Austrian Institute of Technology.

Intensive Forschung seit drei Monaten
Das Forschungsprojekt der selbstfahrenden Busse ist ein Kooperationsprojekt unter der Gesamtleitung der Wiener Linien und der wissenschaftlichen Leitung durch das AIT. Im Projektkonsortium sind außerdem noch das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit), der TÜV AUSTRIA, SIEMENS AG Österreich sowie der französische Bushersteller NAVYA vertreten. Das vom bmvit im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft“ zur Hälfte geförderte Projekt sieht einen regelmäßigen Fahrgasttestbetrieb mit fixer Linienführung und Haltestellen ab dem Frühjahr 2019 in der Seestadt Aspern vor.

Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien: „Die Wiener Linien arbeiten gemeinsam mit den Projektpartnern intensiv daran, dass autonomes Fahren öffentlicher Verkehrsmittel gelebter Alltag wird. So könnte die aktuelle Technologie unter anderem für den ,last mile´-Einsatz als Zubringer zum bestehenden öffentlichen Verkehrsnetz wie etwa der U-Bahn eingesetzt werden. An oberster Stelle steht für die Wiener Linien dabei die Sicherheit der Fahrgäste, die durch die derzeit laufenden, intensiven Tests gewährleistet wird.“

Intensive Testphase im Herbst 2018
Noch im Herbst 2018 beginnen die fahrgastlosen Testfahrten auf der vorgesehenen, rund zwei Kilometer langen Strecke rund um die U2-Station „Seestadt“. Die beiden Busse können eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h fahren. Nach neun Stunden Betrieb heißt es ab zur Steckdose, nach vier bis acht Stunden sind die Busse allerdings wieder voll aufgeladen und fahrbereit.

2019 können Fahrgäste zusteigen
Ab dem Frühjahr 2019 sind in den zwei selbstfahrenden Bussen mit jeweils einem Operator an Bord dann auch Fahrgäste erlaubt. Dabei wird ein Testlinienbetrieb mit Haltestellen entlang einer vordefinierten Linie erprobt. Da es sich bei den zwei autonomen Bussen um ein reines Forschungsprojekt und keinen klassischen Linienbetrieb handelt, müssen die Fahrgäste aufgrund herrschender Gesetze einige Details beachten: Um das Fahrgeschehen zu überwachen und bei Bedarf eingreifen zu können, wird bei jeder Fahrt geschultes Personal, ein Operator, an Bord sein. Für den Operator steht einer der insgesamt elf Plätze zur Verfügung, deshalb können insgesamt zehn Fahrgäste gleichzeitig transportiert werden. Sobald alle Plätze besetzt sind, darf kein weiterer Fahrgast mehr aufgenommen werden. Ist auf der Teststrecke aus technischen, betrieblichen oder wetterbedingten Gründen kein Betrieb möglich, wird kein Ersatzverkehr zur Verfügung gestellt.

Nähere Informationen: www.wienerlinien.at/auto-bus-seestadt

Quelle: Stadt Wien
Foto: Wiener Linien/Manfred Helmer