Rekord-Einsätze im Jänner für den Straßendienst

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Der Wallack Pflug und Fräse aus Fusch (GROHAG)

Der Jahresanfang hatte es in sich: Schneefälle, Dörfer, die von der Außenwelt abgeschnitten waren, Haushalte ohne Strom und dazu noch in weiten Teilen der Alpen Lawinenwarnstufe 5. Auch das Bundesheer musste ausrücken, um Dächer von der Schneelast zu befreien. Der Straßendienst hatte mehr als genug zu tun. Das Bundesland Salzburg bekam Hilfe aus Kärnten, in Oberösterreich wurde bis Ende Jänner schon mehr Salz verbraucht als in einem durchschnittlichen Winter und auch die ASFiNAG hatte Rekordeinsätze zu vermelden.

Im Bundesland Salzburg waren die Schneefälle gigantisch, die Schneeräumung war im Dauereinsatz. Am Dientner Sattel lag der Schnee zwei Meter hoch: „Wir hatten schon so hohe Schneewände, aber erst im Februar oder März aus der Summe der Niederschläge. Dass es in so kurzer Zeit so viel schneit, habe ich noch nie erlebt“, sagt Johann Mußbacher von der Straßenmeisterei im Pongau. Er und sein Team arbeiteten im Jänner zwölf Stunden am Tag, um die wichtige Verbindung über den Dientner Sattel frei zu bekommen.

Hilfe aus Kärnten
Hilfe bekamen die Salzburger von der Großglockner Hochalpenstraße, die mit dem legendären Wallack-Pflug anrückten. Der Wallack ist eine Konstruktion des Erbauers der Großglockner Hochalpenstraße, DI Franz Friedrich Wallack, der diese zur Räumung der hochalpinen Straße entwickelt hatte. Die Kombination aus Fräse und Pflug, die hier in Salzburg zum Einsatz kam, wurde 1963 erbaut.

„Wir haben in Kärnten vor ein paar Jahren geholfen“, sagt Mußbacher, im Jänner 2019 kamen die Kärntner den Salzburgern zur Hilfe. Wertvolle Nachbarschaftshilfe kam auch von der Straßenmeisterei Lungau, durch die unter anderem die ebenfalls wichtige Verbindung über den Filzensattel schnell wieder aufgemacht werden konnte.

40.000 Kubikmeter Schnee
Die Daten und Fakten vom Dientner Sattel sind jedenfalls so gigantisch wie die Niederschläge in diesen ersten Wochen im Jahr 2019. Der Schnee lag bis zu zwei Meter hoch. „Das sind zirka 40.000 Kubikmeter, also 4.000 Lastwagen voll Schnee, die auf die Seite geräumt werden“, rechnet Johann Mußbacher vor.

Rekord-Einsatz bei der ASFINAG
Fünf Meter Neuschnee im Bereich Taunerntunnel, 4,6 Meter beim Arlberg, 60 Zentimeter Neuschnee in nur zehn Stunden am 14. Jänner – der heurige Rekordwinter bedeutete auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ASFINAG Rekord-Einsätze. „Vor allem in Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich und der Obersteiermark haben die tagelangen Schneefälle unseren Leuten in den Autobahnmeistereien viel abverlangt“, sagen Josef Fiala und Stefan Siegele, die Chefs der ASFINAG Servicegesellschaften, „es war nicht leicht, aber wir haben die Situation, gemeinsam mit den Einsatzkräften, sehr gut bewältigt. Wir sind total stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihren tollen Einsatz.“

Der ASFINAG-Rekord-Einsatz in Zahlen: 24.000 Einsatzstunden, 1,3 Millionen Kilometer im Schneepflug, 34.000 Tonnen Streusalz – das ist das Drittel einer durchschnittlichen Wintersaison.

„Die ASFINAG kann zu Recht stolz auf ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein“, gratuliert auch Verkehrsminister Norbert Hofer, „mich hat auch die ganz selbstverständliche Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften von Rettung, Polizei, Feuerwehren und Bundesheer beeindruckt. Da hat niemand lange über Kompetenzen diskutiert, sondern alle haben angepackt. Dafür bedanke ich mich!“

Fünf Meter Schnee bei Tauerntunnel
Seit Jahresbeginn hat der Winter im Bereich Tauerntunnel in Salzburg fast fünf Meter Neuschnee gebracht. Spitzenwert in den ersten drei Wochen im Jänner war der 14. Jänner mit 60 Zentimeter innerhalb von nur zehn Stunden. Nur geringfügig weniger Neuschnee gab es etwa beim Arlberg mit 4,60 Meter seit dem 1. Jänner. Das spiegelt sich auch in den regionalen Bilanzen wider: Allein die für diesen Bereich zuständige Autobahnmeisterei St. Jakob verzeichnete fast 1.370 Lkw-Einsatzstunden, in denen 60.000 Kilometer zurückgelegt wurden.

Spitzenreiter in dieser Winterdienst-Zwischenbilanz ist die Autobahnmeisterei Ardning in der Obersteiermark mit 1.400 Lkw-Einsatzstunden und 64.000 „Pflug-Kilometern“. Ebenfalls Extremwerte verzeichnet die ASFINAG bei den Autobahnmeistereien Seewalchen in Oberösterreich und Plon am Brenner in Tirol.

Weitere Rekorddaten: Knapp 34.000 Tonnen Salz wurden insgesamt im Jänner verbraucht, ein Drittel von einer durchschnittlichen Wintersaison mit 90.000 Tonnen. Auch bei der vorsorglichen Streuung, die von der ASFINAG umweltschonend mit Feuchtsalz durchgeführt wird, ist die verbrauchte Menge mit knapp sieben Millionen Liter Sole rekordverdächtig.

Bis Jänner Salzverbrauch von einem ganzen Winter
Rekordverbrauchszahlen hat auch das Bundesland Oberösterreich zu vermelden: Von Beginn des Winters bis Ende Jänner wurden von den MitarbeiterInnen der Straßenmeistereien 105.000 Arbeitsstunden geleistet und über 44.000 Tonnen Salz verbraucht. „16.000 Tonnen, also mehr als ein Drittel des aktuellen Salzverbrauchs wurde allein im Zeitraum vom 2. Jänner bis 12. Jänner aufgewendet“, bestätigt Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner. Der stärkste Tag dabei war der 4. Jänner 2019, an dem 2.521 Tonnen Salz gestreut wurden.

Bis Ende Jänner 2019 wurde mit 44.000 Tonnen schon mehr Salz als in den letzten beiden Wintern verbraucht. Zum Vergleich: in der Winterdienstsaison 2018 wurden in Oberösterreich 35.000 Tonnen Salz verbraucht und im Winter 2017 38.000 Tonnen – damals sogar an einem Tag gleich 4.000 Tonnen, da das Land von einem Eisregen heimgesucht wurde.

Starke Niederschläge
Das Besondere in diesem Winter waren bisher die enormen Schneemengen innerhalb kurzer Zeit. Speziell im Salzkammergut, der Pyhrn-Region und im Mühlviertel herrschten niederschlagsreiche Witterungsumstände. Dies schlug sich aber kaum in den Salzverbräuchen nieder. Derartige Mengen lassen sich mit Salz nicht wegtauen. Bei starken Schneefällen ist es wichtig, den Schnee zu räumen. Gestreut werden nur geringe Salzmengen (max. 10 g/m2) um eine Trennschicht zum Asphalt zu erhalten und ein Festfrieren am Boden zu verhindern. Heuer waren seit mehreren Jahren erstmals wieder alle rotierenden Schneeräumgeräte wie Fräsen, Schleudern und Frässchleudern im Einsatz, um den Schnee von der Straße zu befördern.

Nähre Informationen:

www.land-oberoesterreich.at

www.asfinag.at

www.salzburg.gv.at

 

Foto: © Land Salzburg/Melanie Hutter