„Salzburg steigt auf“ – Radreport 2022

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Von links: Martina Berthold (Stadträtin), Günther Innerebner (Helios.bz), Peter Weiss (Radverkehrskoordinator), Martin Loidl (Universität Salzburg), Barbara Unterkofler (Bgm.-Stellvertreterin) © Alexander Killer/Stadt Salzburg

Die Stadt Salzburg hat erst kürzlich ihren Radreport vorgestellt, der sich rund um die Radmobilität in der Stadt dreht. Angefangen von umgesetzten Projekten bis hin zu Planungen für die Zukunft gibt die Publikation einen kompakten Überblick über die vielfältigen Initiativen der Stadt.

„Unser erster Radreport kann sich sehen lassen! Er ist Inventur und Ausblick in einem. Mit den bisher geschaffenen 195 km-langen Radwegenetzen steht Salzburg im Österreichvergleich an der Spitze. Aber wir müssen noch Lücken schließen und vor allem die Radwege breiter sowie sicherer machen. Das war auch eine Forderung aus der Fahrradbefragung. Die erfahrenen Mobilitätsexperten der Uni Salzburg und der Südtiroler Agentur Helios haben nun die Ergebnisse analysiert und im Bericht zusammengefasst“ so Auftraggeberin und Bauressortchefin Martina Berthold.

Steigerung des Radverkehrsanteils um 20 Prozent
„Die Radverkehrsstrategie ist integraler Bestandteil der Salzburger Gesamt-Verkehrsstrategie und hat österreichweit Vorbildcharakter. Seit ihrem Inkrafttreten hat sie die Fahrradkultur in der Stadt geprägt und gestärkt. Umso mehr freut es mich, diese Strategie 2017 als Ressortverantwortliche federführend auf den Weg gebracht zu haben. Unser erklärtes Ziel ist eine Steigerung des Radverkehrs-Anteils um 20%. Um diesen Kraftakt zu meistern, steht vor allem der Ausbau der Infrastruktur im Vordergrund. Priorität haben dabei die großen Lückenschlüsse entlang des definierten Radhauptnetzes, allen voran die Ost-West-Achse. Zudem haben die baulich getrennten Radwege größte Bedeutung“, so Vize-Bürgermeisterin Barbara Unterkofler – zuständig für das Planungsressort.

Erhobene Grundlagendaten der Pendler- und Verkehrsströme sind bei den Planungen und Ausbauentscheidungen der Schlüssel, um die Maßnahmen mit der größten Wirkung umzusetzen.

„Deshalb wurde auch der baulich getrennte Geh- und Radweg entlang der Innsbrucker Bundesstraße als Großprojekt mit budgetärer Sonderdotierung in dieser Funktionsperiode beschlossen. Unsere Planungen sind abgeschlossen, aktuell warten wir nur mehr auf die Umsetzung, um dem Ziel 24% Radverkehrsanteil einen großen Schritt näher zu kommen“, so Unterkofler.

Deine Strecke – Unterwegs auf neuen Wegen
Seit Anfang der 1990er Jahre bis ins Jahr 2021 wurde im Zuge der Radverkehrsförderung das Wegenetz von ca. 127 km auf 188 km (+47%) Gesamtlänge ausgebaut. Die gesetzliche Einführung der Fahrradstraße bringt eine weitere Qualitätsverbesserung und neu zusätzliche rund sieben Kilometer an RadfahrerInnen-freundliche Strecken im Stadtgebiet. Somit umfasst das Radwegenetz eine Gesamtlänge von 195 Kilometern, das Straßennetz rund 560 Kilometer.

Deine Stadt – am Puls der Salzburger Bevölkerung
Neben Rückblicken in die Vergangenheit und Ausblicken in die Zukunft wird auch mittels Zahlen, Daten und Fakten der Blick auf die Gegenwart gerichtet.

Gemeinsam mit externen ExpertInnen der Universität Salzburg und der italienischen Agentur Helios.bz (mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Mobilität) wurde die Meinung über das Radfahren im Rahmen der Radmobilitätsumfrage der Magistratsabteilung 6 erhoben und interessante Schwerpunkte im Radreport abgebildet.

Automatische Fahrradzählsysteme helfen das Radmobilitätsverhalten abhängig von Jahreszeit, Wochentagen oder Witterung einzuschätzen. Sie liefern ein realistisches Abbild des Radverkehrsgeschehens als Grundlage für eine nachfrageorientierte Planung.

„Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen beiden Jahren im Mobilitätsverhalten der Menschen ihre Spuren hinterlassen. Am Beispiel der Zählstellen Giselakai sind Phänomene wie ausbleibende Touristen und Studierende in der Stadt sowie Lockdowns und Homeoffice-Regelungen gut ablesbar“, beschreibt Günther Innerebner von der Agentur Helios.bz.

Dein Lifestyle – einen Gang hochschalten
Dass das Thema Fahrradmobilität auch in der Salzburger Forschungslandschaft eine bedeutende Rolle spielt weiß Martin Loidl von der Universität Salzburg: „Vor nicht allzu langer Zeit galt die Fahrradmobilität als Nische in der akademischen Forschung. Mittlerweile beschäftigen sich mehrere universitäre und außeruniversitäre Forschungsgruppen in Salzburg mit soziologischen, technischen, psychologischen und planerischen oder medizinischen Aspekten von Fahrradmobilität. Die dabei gewonnen Erkenntnisse werden konsequent in die Anwendung transferiert, gilt es doch die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Mobilitätssystem zu schaffen. Und es zeigt sich, oft sind es kleine Veränderungen, die große Wirkung zeigen.“

Hier geht es zu Radreport:
www.stadt-salzburg.at/fileadmin/user_upload/19015/interaktives_pdf_220413_sgb_radreport_2022_.pdf