Schlaue Planung des Heizsystems mit Hilfe digitaler Karten

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Ob kleiner Häuslbauer oder großer Immobilienprojektentwickler, beide stehen vor derselben Frage: Wie soll mein Haus beheizt werden? Ein aktuelles Projekt im Bundesland Salzburg wird Hilfestellung bei dieser Frage geben. Im Bundesland Tirol läuft bereits ein ähnliches Projekt, das sich mit dem Solarpotential von Dachflächen befasst.

Unter dem Titel „Räumliche Energieplanung für die Wärmewende“, das in Salzburg angelaufen ist, geht es darum, die Infrastruktur in der Wärmeversorgung je nach örtlichen Gegebenheiten optimal zu entwickeln. „Ergebnis ist also eine Art digitaler Wärmeatlas. Dieser liefert dann die Daten für die Planung und den Bau von Versorgungsinfrastruktur, sei es für ein Einfamilienhaus oder ein Kraftwerk. Immobilien-Investoren und Häuslbauer bekommen also detaillierte Informationen darüber, welches Wärmeversorgungssystem auf genau ihrem Grundstück das geeignetste ist“, erklärt Alexander Rehbogen vom Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR).

Langfristige Planung und Investitionssicherheit
Rudolf Krugluger, Leiter des Referats für Energiewirtschaft und -beratung des Landes, weist darauf hin, dass hier die richtige Entscheidung auch Auswirkungen auf die gesamte Energieinfrastruktur des Landes, auf die Versorgungs- und Investitionssicherheit hat und Energienetze langfristig geplant werden müssen: „Der Wärmeatlas kann uns dabei wesentlich unterstützen.“

Instrumente für schlaue Wärmeplanung entwickeln
Unter Leitung des SIR werden das heimische Forschungsinstitut RSA iSPACE, die Technischen Universitäten Wien und Graz sowie AEE Intec die technischen Instrumente zur smarten Wärmeplanung entwickeln.

Das Projekt „Räumliche Energieplanung für die Wärmewende“ läuft im Rahmen der Ausschreibung „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds. Am Projekt beteiligt sind neben dem Land Salzburg mit der Stadt Salzburg und den Gemeinden Bergheim, Grödig, Zell am See und Bruck an der Großglocknerstraße auch die Bundesländer Wien und Steiermark.

Solar Tirol
Seit zwei Jahren gibt es im Bundesland Tirol das kostenlose Online-Service SOLAR TIROL. Diese Online-Datenbank (www.tirolsolar.at) liefert Informationen dazu, wie viel Solarenergie man mit den richtigen technischen Mitteln auf dem Dach eines bestehenden oder zukünftigen Gebäudes erzeugt werden kann. Raumordnungslandesrat Johannes Tratter zieht positive Bilanz: „Wir verzeichneten in diesem Jahr wiederum knapp 300.000 Zugriffe. Das zeugt vom Bewusstsein und Interesse der Tirolerinnen und Tiroler für die Nutzung von Solarenergie.“

Die Website www.tirolsolar.at ist ein Onlinedienst mit räumlich hochaufgelösten Solarpotenzialkarten, die konkrete Empfehlungen für die Ausbaumöglichkeiten der Solarenergie in Tirol enthalten. „Die frei zugängliche Datenbank ermöglicht, öffentlichen sowie privaten Nutzerinnen und Nutzern, das Solarpotenzial ihres Daches sowie die dafür optimale Nutzungstechnologie zu ermitteln. Darüber hinaus kann auch das Solarpotenzial für freie Grundstücke bereits vor Baubeginn berechnet werden, womit Tirol über ein wichtiges Planungsinstrument für eine optimale Energiestrategie verfügt“, erklärt Landesrat Tratter.

3,5 Millionen Solar-Eignungsflächen in Tirol
Für die Berechnung der Solar-Nutzungspotenziale wurden alle Hausdächer in Tirol analysiert. Damit steht den AnwenderInnen eine umfangreiche Datensammlung bereit, die jede Adresse und jedes Grundstück umfasst, erläutert Projektleiter Manfred Riedl. „Insgesamt sind auf Tirols Hausdächern 3,5 Millionen Flächen für Solarenergie geeignet. Darüber hinaus können über die Webseite Simulationen erstellt werden, die die Sonnenbahn und die damit einhergehenden Solarenergiepotenziale für jeden Standort in Tirol berechnen.“

Beschattungen werden berücksichtigt
Die für das Solarinformationssystem benötigten Daten wurden von 2012 bis 2015 von der Abteilung Statistik des Landes und dem Tiroler Rauminformationssystem TIRIS in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck erfasst. Ob Geländehorizont, Bewölkung oder Verschattung durch Bäume oder Gebäude – all diese Faktoren wurden bei der Berechnung des Strahlungswerte und des Solarpotenzials berücksichtigt.

Nähere Informationen: www.tirolsolar.at

Bild: SIR
Quellen: Land Salzburg und Land Tirol