Schnelle Truppe gegen Stau

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Im Großraum Linz sind seit 16. April 2018 sogenannte „Traffic Manager“ auf den Autobahnen unterwegs. Ihre Aufgabe ist es, im Fall von Unfällen oder Pannen schnell zu helfen und damit Stau zu verhindern oder zumindest zu minimieren.

Schon ein kleines Problem auf der Straße hat oft sehr große Auswirkungen auf den Verkehrsfluss: Daher sind insgesamt 12 „Traffic Manager“ auf 100 Autobahnkilometer rund um Linz Tag und Nacht unterwegs. Ihre Kernaufgabe ist es, bei Unfällen oder Pannen als Ersthelfer zu fungieren und die Blaulichtorganisationen professionell zu unterstützen. Etwa durch die Absicherung der Unfallstelle oder das Vorbeileiten des nachfolgenden Verkehrs, um Stau zu verhindern. Untertags sind zwei Fahrzeuge der ASFINAG unterwegs, in der Nacht ist es eines. Die „Traffic Manager“ müssen also nicht erst ausrücken, sie sind stets am Weg und das 24 Stunden am Tag.

„Besserer Verkehrsfluss in und um Linz ist für uns als Autobahnbetreiber eines der wichtigsten Ziele. Unsere neuen Traffic Manager sind dabei eine einfache, aber schlagkräftige Antwort auf die steigenden Herausforderungen im ASFINAG-Netz des oberösterreichischen Zentralraums“, sagt Karin Zipperer, Vorstandsdirektorin der ASFINAG.

Stationiert sind die Mitarbeiter in der Autobahnmeisterei Wels, die auch als Verkehrsmanagementzentrale fungiert und sofort informiert wird, falls etwas passiert. Hier laufen alle Informationen zusammen und bei Bedarf können Überkopfanzeigen mit Informationen bespielt, Tempolimits geschalten oder Verkehrsmeldungen abgesetzt werden.

Spezielle Ausbildung
Das Betreuungsgebiet der Truppe erstreckt sich von der A1 Westautobahn von Enns bis Voralpenkreuz, A7 Mühlkreisautobahn vom Knoten Linz bis Dornach und auf der A25 Welser Autobahn von Haid bis Wels. Während Wochenendenden mit dichten Reiseverkehr kommt noch das Seengebiet bis Laakirchen hinzu.
Die Einsatzfahrzeuge sind mit TETRA-Funk, Laptops, Ölbindemittel, Absicherungsmaterial, Starterboxen, unterschiedlichste Werkzeuge, Erste-Hilfe-Ausrüstung und Defibrillatoren ausgestattet.

Ausgebildet wurden die Traffic Manager auch in der Sicherheitsakademie des Innenministeriums, wo sie sechs Wochen lang in Verkehrsrecht, Absicherung von Gefahrenstellen, Brandbekämpfung oder Erster Hilfe geschult wurden.

Erfahrungen aus Wien
Die Traffic Manager sind aber keine neue Erfindung für den Zentralraum Linz, sie sind bereits seit 2013 auf den Autobahnen in Wien unterwegs und leisten hier pro Jahr etwa 12.000 Einsätze. Im vergangenen Jahr wickelten sie 1.569 Unfälle ab; dabei sicherten sie die Unfallstelle, unterstützen die Polizei bei der Ableitung des Verkehrs oder reinigten die Unfallstelle. Zur Routine des Teams gehören auch Kontrollfahrten, etwa zum Auffinden von Fahrbahnschäden oder die präzise Information zur Verkehrssituation für die ASFINAG Zentrale Wien-Inzersdorf.
Durchschnittlich kann ein Einsatz mit Hilfe der Traffic Manager um fünf Minuten beschleunigt werden, auch die Dauer von Totalsperren ist um 22 Prozent zurückgegangen.

Oftmals sind es auch nur kleine Pannen, bei denen die Traffic Manager zur Stelle sind. Im Focus bei der Pannenhilfe steht das rasche Entfernen des Pannenautos aus dem Gefahrenbereich. Manchmal ist das aber gar nicht nötig, weil lediglich der Sprit ausgegangen ist. Auch hier können die Traffic Manager mit einem Kanister Diesel oder Benzin helfen.

Foto: Land OÖ/Daniel Kauder
Quelle Land OÖ