Steiermark fördert PV-Anlagen, die auf versiegelten Flächen errichtet werden

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Das Land Steiermark fördert die Mehrkosten für Photovoltaikanlagen, die nicht auf der „grünen Wiese“ errichtet werden, sondern auf bereits verbauten Flächen wie Überdachungen, oder Verkehrsrandflächen. Der Fördertopf dafür ist mit einer Million Euro gefüllt. Einreichungen sind bis 30. September 2021 möglich.

Neben der Corona-Krise sind der Klimawandel und seine Folgen die größte Herausforderung unserer Zeit. Nach der „Raus aus Öl“-Förderung, der neuen e-mobility-Förderung und der Baugesetznovelle mit Klimaschwerpunkt stellte die steiermärkische Umweltlandesrätin Ursula Lackner eine weitere Maßnahme im Kampf gegen den Klimawandel vor: Die Förderung innovativer Photovoltaikanlagen. Mit insgesamt einer Million Euro werden neue Anlagen gefördert, die die Doppelnutzung bereits versiegelter Flächen forcieren – etwa auf Parkplätzen, Verkehrsrandflächen oder befestigten Betriebsflächen.

So sollen Best-Practice Beispiele geschaffen werden, die den Ausbau erneuerbarer Energieformen vorantreiben, ohne wertvolle Freiflächen zu versiegeln. Insgesamt stellt Ursula Lackner, Landesrätin für Klimaschutz und Umwelt dafür eine Million Euro zur Verfügung.

Gefördert werden unter anderem:
• Bauwerksintegrierte Photovoltaikanlagen, die zusätzlich Aufgaben eines Bauelements übernehmen.
• Photovoltaikanlagen mit farbigen Modulen, deren Ausführung eine Errichtung in Bereichen des Ortsbild- und Landschaftsschutzes sowie in
Altstadtschutzzonen von Graz ermöglichen.
• Anlagen mit Hybridkollektoren (PVT), die Solarthermie und PV kombinieren und so eine höhere Energieeffizienz erreichen.
• Photovoltaikanlagen auf befestigten Betriebsflächen bzw. PV-Überdachungen (z.B. größere Carports, Parkraumüberdachungen) sowie auf Straßen- bzw. Schienenverkehrsanlagen oder Verkehrsrandflächen, Abbauflächen, Halden und Deponien
• Agrar-PV Anlagen, die bereits landwirtschaftlich genutzte Flächen einer Doppelnutzung zuführen. Voraussetzung dafür ist, dass die Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann.
• Schwimmende Photovoltaikanlagen auf ruhigen Wasserflächen wie beispielsweise künstlichen Teichen (Floating PV).

„Wenn wir die Steiermark lebenswert erhalten wollen, müssen wir die Energiewende schaffen“, erklärt Ursula Lackner und ergänzt: „Gleichzeitig müssen wir aber die einzigartigen Naturräume in der Steiermark schützen! Deswegen fördern wir innovative PV-Anlagen, die auf bereits versiegelten Flächen errichtet werden. Ein wichtiger Schritt, um unsere einzigartige Landschaft zu erhalten.“

Mehrkosten werden gefördert
Natürlich kommt es bei neuen und innovativen Modellen zu einem höheren finanziellen Aufwand gegenüber bereits etablierten Lösungen. Diese fördert das Land Steiermark mit einem Anteil von 50 Prozent. „So ermöglichen wir es innovativen und neuen Modellen konkurrenzfähig zu werden“, zeigt sich die Landesrätin überzeugt.

Die Leistung der Photovoltaikanlage muss mindestens 20 kWp betragen. Gefördert werden maximal 50 Prozent der spezifischen Mehrkosten gegenüber den Errichtungskosten einer Referenzanlage aliquoter Größenordnung.
Die Entscheidung, welche Projekte gefördert werden, wird durch eine ExpertInnen-Jury unter Einbeziehung folgender Kriterien getroffen: Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit der eingereichten Unterlagen, Plausibilität der Angaben, Innovationsgehalt, Realisierbarkeit des Konzeptes, Nachahmungspotential des Konzeptes, Angemessenheit der Kosten. Eingereicht werden kann vom 31. März bis zum 30. September 2021.

Quelle: Land Steiermark