Störstoffe und Lebensmittel im Biomüll

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Viel zu viele Lebensmittel landen im Biomüll. © MP-Fotolia.com

Der Landesabfallverband des Landes Oberösterreich hat zwei Studien beauftragt, um einerseits zu erforschen, wie viele Störstoffe in den Bioabfällen landen und andererseits auch warum. Dazu wurde zum einen eine empirische Studie und zum anderen Testanalysen von Biotonnen in Auftrag gegeben. Besonders auffällig dabei war, dass auch viele Lebensmittel im Biomüll laden.

Viele Fehlannahmen bei den BürgerInnen
Ende des vergangenen Jahres hat der OÖ Landesabfallverband eine empirische Studie beim Marktforschungsinstitut IMAS beauftragt um herauszufinden, warum die Menschen andere Materialien als biogene Stoffe in den Abfall werfen. Bei einem großen Anteil der Befragten wurden schwerwiegende Fehlannahmen festgestellt, obwohl diese von sich glaubten, gut informiert zu sein. So waren rund 30 Prozent der Befragten der Meinung, Katzenstreu und Hundekot könnte im Biomüll entsorgt werden. 20 Prozent der Menschen gaben an, auch Plastiksackerl im Müll zu entsorgen und 16 Prozent werfen nicht mehr benötigte Lebensmittel samt Verpackung in den Biomüll.
Erstaunlich ist auch, dass jeder Fünfte der Meinung ist, dass Bioabfall nochmals nachsortiert wird und Fehlwürfe ohnedies entfernt würden. Es stimmt zwar, dass Störstoffe wie Plastik in den Kompostieranlagen teilweise händisch entfernt werden, aber dieser Aufwand verursacht immense Kosten, die letztendlich über die Müllgebühren mitfinanziert werden müssen.

Viele Lebensmittel im Biomüll
An der Universität für Bodenkultur (BOKU) wurden im letzten Sommer Testanalysen von Biotonnen vorgenommen. Besonders auffällig war dabei, dass ein hohes Ausmaß an vermeidbaren Lebensmittelabfällen dabei war. In den analysierten 3,3 Tonnen Abfälle befanden sich über eine Tonne Lebensmittel. Es zeigte sich auch, dass der Anteil der vermeidbaren Lebensmittel bei Einfamilienhäusern (rund 50%) deutlich höher war als bei Mehrfamilienhäusern (rund 39%).
Abgesehen von den großen Mengen an Lebensmitteln befanden sich auch zahlreiche Störstoffe im Biomüll. Neben Kunststoffen und Metall war das auch Glas und sonstiger Müll. Der Anteil der Störstoffe betrug rund 4,3 Prozent, wobei die Hälfte davon auf Kunststoffe entfiel. Um hochwertigen Kompost erzeugen zu können ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger Bescheid wissen, was in die Biotonne darf und was nicht.

Landesrat Stefan Kaineder meint dazu: „Einerseits sehen wir die Lebensmittelverschwendung, die mit rund einem Drittel an vermeidbaren Lebensmittelabfällen in der Sortieranalyse zum Vorschein kommt, andererseits ist der Bioabfall mit Störstoffen belastet und hier ragen vor allem Kunststoffverpackungen mit einem Anteil von fast 50 Prozent heraus. Bei der Lebensmittelverschwendung setzt das Umweltressort gemeinsam mit dem LAV auf Bewusstseinsarbeit mit Initiativen wie „is nu guat“-Kampagne, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und auf die oft viel längere Dauer der Genießbarkeit von Lebensmitteln aufmerksam zu machen, als zum Beispiel das Mindesthaltbarkeitsdatum suggeriert.“

Was gehört in die Biotonne?
„Bioabfall kehrt nur dann zurück zu seinen Wurzeln, wenn die Qualität stimmt und dieser sauber getrennt wird“, sagt Bgm. Roland Wohlgemuth, Vorsitzender des OÖ Abfallverbands, „Kunststoffe und Störstoffe haben daher nichts in der Biotonne zu suchen. Ein zu hoher Fehlwurfanteil kann sogar zur Unbrauchbarkeit der ganzen Tonne führen.“

Nach dem Prinzip „Was der Boden hervorbringt, soll wieder zu Erde werden“, umfassen biogene Abfälle natürliche Abfälle aus Garten- und Grünflächenbereich und pflanzliche Abfälle aus Haushalt und Küche wie etwa Schalen, aber auch Hygienepapier. Lebensmittelabfälle sollten nach Möglichkeit überhaupt vermieden werden, wenn sie aber unvermeidbar sind, dann kommen Reste von Brot und Gebäck, Gemüse und Obst in den Bioabfall. Rohes Fleisch darf aus Hygienegründen nicht in den Biomüll. Und selbstverständlich haben Kunststoffe, Glas, Metall und sonstiger Müll nichts im Biomüll zu suchen

Kommunale Abfallwirtschaft in Oberösterreich
Die 15 Bezirksabfallverbände (BAV), die Statutarstädte Linz, Wels und Steyr und das Landesabfallverwertungsunternehmen (OÖ LAVU GmbH) bilden gemeinsam mit dem OÖ. Landesabfallverband (LAV) als Dachverband die Umwelt Profis. Sie betreuen gemeinsam ein flächendeckendes Netz von 180 Altstoffsammelzentren (ASZ) und tausenden Containerstandplätzen und stehen für eine sichere und nachhaltige Entsorgung von Altstoffen und Restabfällen. Die Umwelt Profis sind eine öffentlich-rechtliche Non-Profit Organisation, die in ihrem unternehmerischen Handeln Ökonomie und Ökologie bestmöglich vereint und ihre Dienstleistungen kostengünstig für die BürgerInnen erbringt.

Näheres auf www.umweltprofis.at