VCÖ-Mobilitätspreis für erstes vollelektrisches Müllsammelfahrzeug der MA 48

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VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak und Michaela Huber (Vorständin ÖBB-Personenverkehr AG) sowie Sabine Kühschelm (BMVIT) und BMNT-Sektionschef Jürgen Schneider gratulieren den Gewinnerinnen und Gewinner Abteilungsleiter Josef Thon und Thomas Hampel von der MA 48.

Bei der diesjährigen Preisverleihung des österreichweiten VCÖ-Mobilitätspreises mit über 380 Einreichungen ging in der Kategorie „Energie, Elektrifizierung und Technologie“ der 1. Platz an die MA 48.

Abteilungsleiter Josef Thon und Fuhrparkleiter Thomas Hampel nahmen die Auszeichnung entgegen. „Das erste vollelektrische Müllsammelfahrzeug Österreichs ist ein praxisnahes, greifbares Projekt. Es hat nicht nur im Bereich der Müllentsorgung großes Nachahmungspotenzial. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sind eine wichtige Grundlage für die zukünftige Elektrifizierung von größeren Nutzfahrzeugen“, wurde von Seiten der Fachjury festgestellt. Und VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak ergänzte: „Die MA 48 leistet hier wichtige Pionierarbeit und zeigt, dass auch größere Lkw zu 100 Prozent elektrifiziert werden können.“

Seit August im Echtbetrieb für unser Klima unterwegs
Ein derartiges Fahrzeug gab es in Österreich bisher nicht. In Zusammenarbeit mit den Firmen MAN, MUT und Framo wurde das erste vollelektrische Müllsammelfahrzeug entwickelt, das seit Ende Mai im Testbetrieb unterwegs war. Nach erfolgten Feinabstimmungen zur Optimierung der Steuerung ist das Fahrzeug seit August nun im Vollbetrieb im Einsatz. Das E-Müllsammelfahrzeug wurde bereits auf unterschiedlichen Strecken eingesetzt. Nach den Bezirken 21. und 2. ist es derzeit im 1. Bezirk für die Restmüllsammlung in Verwendung. Die benötigte Energie kommt zu 100 Prozent aus der Steckdose – sowohl für den Antrieb, die Behälterentleerung als auch für die Müllverdichtung. Es gibt keine Motorenemissionen während der Fahrt sowie beim Betrieb des Aufbaus und deutlich geringere Lärmemissionen. Die bisherigen Erfahrungen zeigten keinerlei Einschränkungen im Vergleich zu den herkömmlichen Müllsammelfahrzeugen.

Positive Erfahrungen
Die Batterien haben eine Kapazität von 230 kWh und eine Reichweite von zumindest 100 Kilometern. Die Nutzlast beträgt elf Tonnen, das Sammelvolumen 18 Kubikmeter. Die Nennkapazität der eingebauten Li-Ionen Batterie von 230 kWh ist somit für die Tagesleistung eines Müllautos mehr als ausreichend. Die Restkapazität betrug noch an keinem Tag weniger als 30 Prozent. Das Fahrzeug kann auf einer 400 Volt Kraftstromsteckdose aufgeladen werden. Ermöglicht wird dies über ein Onboarding Ladesystem, wodurch die nötige Umwandlung von Wechselstrom auf Gleichstrom direkt im Fahrzeug stattfindet. Die Flexibilität ist daher maßgeblich erhöht, da dieser Anschluss in jeder Garage der MA 48 verfügbar ist. Eine separate Ladestation ist nicht nötig.

Hohe Zufriedenheit und besserer Komfort
Die verschiedenen im Einsatz befindlichen Lenker sind mit dem neuen Fahrzeug höchst zufrieden. Die Bedienung ist zwar gleich wie bei einem herkömmlichen Müllsammelfahrzeug, der Fahrkomfort jedoch weitaus besser. Es ist ein ruckfreies Anfahren, ein sanfteres Beschleunigen sowie eine bessere Dosierung der Geschwindigkeit möglich.

Weiterer Ausblick
Der Einsatz des E-Müllsammelfahrzeugs soll ein Jahr lang von WissenschaftlerInnen der TU-Wien begleitet werden. Das Verhalten des Fahrzeuges bzw. der Batterie soll bei unterschiedlichen Temperaturen und auf verschiedenen Strecken untersucht werden. Aufgrund der abgefragten Leistungsdaten soll erhoben werden, wie viel Energie für unterschiedliche Prozesse benötigt wird. Beispielsweise stellt sich die Frage, wie sich die Batterie in den Jahreszeiten – hinsichtlich Verdichtungsleistung (Anzahl an Behälterentleerungen), gefahrene Kilometer (Reichweite) etc. – verhält. Die gesammelten Daten werden weitere wertvolle Erkenntnisse für den optimalen Betrieb liefern, woraus die Stadt Wien wiederum die künftige strategische Ausrichtung des Fuhrparks ableiten kann.

Quelle: Rathauskorrespondenz
Foto: © APA-Fotoservice/Hautzinger