VIALIT: 25 Jahre Reaktiv-Asphalt

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2018 entwickelte Vialit auf Basis der REaktiv-Asphalt Technologie den ersten kalt verarbeitbaren CE-Asphalt.

1997 wurde von der VIALIT-Gruppe erstmalig ein REaktiv-Asphaltprodukt und somit eine neue Asphaltdimension am deutschsprachigen Markt eingeführt. Das Originalprinzip ist bis heute gleich: Kaltverarbeitung ohne Emissionen, Aushärtung ohne Lösemittel (0,00%) und mit einem Anteil von ca. 40 Prozent nachwachsenden Rohstoffen im Bindemittel.

Der originale REaktiv-Asphalt von VIALIT zeichnet sich dadurch aus, dass er kalt verarbeitet wird, der Aushärtungsvorgang durch Wasser anstatt Verdunsten von Lösemittel aktiviert wird und der Asphalt im ausgehärteten Zustand ähnliche technische Kennwerte wie Heißasphalt aufweist.

Mit dem REaktiv-Asphalt läutete Vialit daher in den 1990er Jahren neben Heißasphalt, Bitumenemulsion und Fluxbitumen ein neues Paradigma in der Asphaltforschung ein: die Nachhaltigkeit!

Eine Technologie – viele Anwendungsfelder
Das erste REaktiv-Asphaltprodukt von Vialit war REPHALT®, ein anwendungsfertiger Reparaturasphalt aus dem Eimer, der ohne viele Vorkenntnisse sofort verarbeitet werden kann.

„Wenn wir von REaktiv-Asphalt sprechen, dann meinen wir nicht ein bestimmtes Produkt, sondern wir sprechen von einer Technologie“, erklärt Alexander Bruckbauer, Forschungs- und Entwicklungsleiter bei Vialit. „Die Asphalt-Aushärtung durch Wasser ist ein biochemischer Vorgang, den wir in intensiver Entwicklungsarbeit verstehen lernen mussten, um den Effekt kontrolliert in unsere Produkte bringen und auf weitere Anwendungsfelder umlegen zu können“, so Bruckbauer weiter.

Auch Wolfgang Eybl, Geschäftsführer von Vialit Asphalt, erinnert sich zurück: „Wir mussten ganze Teile unseres Produktionsprozesses neu denken. REaktiv-Asphalt-Mischgut stellt besondere Ansprüche an die Abfüllung, Lagerung und Logistik. Wir haben viel Geld und Know-how in die Produktionsinfrastruktur investieren müssen, bis wir den Effekt des REaktiv-Asphalts nicht nur unter Laborbedingungen auslösen, sondern in Form von REPHALT® bis zu unseren Kunden bringen konnten.“

Heute – 25 Jahre später – umfasst das REaktiv-Portfolio neben REPHALT® in verschiedensten Körnungen auch REFUG® Fugenvergussmassen, REPLAST® Nahtflankenvorbehandlung und die maschinelle Schlaglochsanierung mit REPHALT®.

2018 gelang ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des REaktiv-Asphalts: die Entwicklung von VIACORE®, des bislang einzigen Asphalts, der kalt verarbeitet werden kann und eine CE-Einstufung gemäß EN 13108 hat.

Reaktiver Asphalt ist nicht gleich REaktiv-Asphalt
Wer heute nach REaktiv-Asphalt sucht, stellt fest, dass reaktive Reparaturasphalte inzwischen von vielen Händlern und Herstellern angeboten werden. Dies hat zwei Gründe: Zum einen vergibt Vialit als B2B-Produzent Verwendungslizenzen der REaktiv-Asphalt-Technologie an seine Handelspartner, um so den Umweltgedanken zu skalieren. Zum andern kann eine reaktive Aushärtung auch durch weit weniger umweltfreundliche Katalysatoren als Wasser herbeigeführt werden. Reaktiver Asphalt ist also nicht gleich REaktiv-Asphalt!

Wer sicher gehen will, das Original zu erwerben, achtet beim Einkauf auf das REaktiv-Asphalt-Siegel, mit dem durch den Zusatz „Made by Vialit“ bestätigt wird, dass es sich tatsächlich um die Original-Innovation handelt. „Auch unsere Lizenznehmer wissen über die Einzigartigkeit von REaktiv-Asphalt Bescheid und führen das Siegel auf Produkten mit unserer Technologie gerne an“, begrüßt Kurt Birngruber, Export Manager bei Vialit, das weltweite Nachhaltigkeitsengagement.

Frühes Umweltbewusstsein
Im Jahr 1997 wurde nicht nur das Kyoto-Protokoll verabschiedet, in diesem Jahr fand auch die Markteinführung der REaktiv-Asphalt-Technologie statt. Während das Kyoto-Protokoll aber erst viel später – nämlich im Jahr 2005 – in Kraft trat, positionierte sich Vialit als Vordenker im industriellen Umweltschutz lange bevor staatliche Auflagen dies verlangten. Warum war die Nachhaltigkeit schon in den frühen 1990er Jahren Teil der Unternehmensideologie?

Das Unternehmen VIALIT wurde 1989 von den Familien Eybl und Hackl in österreichisches Eigentum überführt. Von Anfang an stellten Leopold Eybl und Alois Hackl gemeinsam mit Ihren Söhnen die Suche nach alternativen Inhaltsstoffen ins Zentrum der Produktentwicklung. So wurde bei VIALIT bereits zu Beginn der 1990er Jahre auf Lösemittel in Bitumenprodukten verzichtet. 1994 setzte Vialit mit der Entwicklung des sogenannten RapsAsphalts dann ein durchschlagendes ökosoziales Statement.

Als die EU im Jahr 1992 die obligatorische Stilllegung von Agrarflächen für den Anbau von Lebensmittel verordnete, hatten Leopold Eybl und Alois Hackl die Idee, diese Flächen für den Anbau von industriell verwertbarem Raps zu nutzen, um mit dessen Öl das im Bitumen enthaltende Erdöl zu ersetzen. 1994 meldete Vialit das Patent für den RapsAsphalt an. Die Produktions- und Vertriebsrechte in Deutschland hat bis heute die ARGE RapsAsphalt e.V. inne.

RapsAsphalt gilt bis heute als Wegbereiter der Reaktiv-Asphalt-Technologie, mit der es Vialit 1997 erstmals gelungen ist, nachhaltige Mengen an biobasierenden Rohstoffen anstelle des Erdölprodukts Bitumen „auf die Straße zu bringen“.

Asphaltbranche auch in Zukunft „nachhaltig“ verändern
In den letzten 10 Jahren hat Vialit, nicht zuletzt dank FFG Förderungen des Bundes, die Grundlagenforschungen für nachhaltige Produkte und Bauweisen kontinuierlich vorangetrieben. 100 % Recycling-Material vereint mit 100 % biobasierendem Bindemittel ist heute keine Vision mehr. Das VIALIT Entwicklungsteam setzt diese Kombination täglich in die Realität um. Eine nachhaltige Beschaffung braucht nachhaltige Produkte, und VIALIT bietet diese Technologie: Je mehr innovative Recycling-Kalttechnologie für die Sanierung und Erhaltung von Bestandsflächen angewendet wird, desto mehr Rohstoffe und Energie werden zukünftig eingespart.

Nähere Information: https://www.vialit.at