Wels hat erste Fahrradstraße Oberösterreichs

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Bürgermeister Dr. Andreas Rabl (1.v.r.), Verkehrsstadtrat Stefan Ganzert (4.v.r.) und Mag. Herwig Denk (ÖAMTC; 5.v.r.) mit Service-Technikern des ÖAMTC. © Stadt Wels

Erlaubtes Nebeneinanderfahren und Vorrang in allen Richtungen für Radfahrer sowie Fahrverbot für den motorisierten Verkehr mit Ausnahme des Anrainerverkehrs: Das sind die wichtigsten Merkmale von Oberösterreichs erster Fahrradstraße. Sie verläuft in Wels-Stadt in der Traunuferstraße von der Alten Traunbrücke bis vor der Osttangentenbrücke.

„Radfahren wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Der Ausbau der Radwege wird deshalb in Wels seit Jahren forciert. Wir haben jetzt das Erfolgsmodell der Fahrradstraße in der Stadt umgesetzt und sind damit Vorreiter in ganz Oberösterreich. Als nächster Schritt folgt die Radfahr- und Gehwegbrücke nach Schleißheim“, sagt Bürgermeister Andreas Rabl.

Fahrradstraße für hohes Radverkehrsaufkommen
Die Straßenverkehrsordnung (StVO) als Bundesgesetz sowie zusätzlich die RVS (Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen) Radverkehr sehen explizit die Verordnung einer Fahrradstraße vor. Sie ist „aufgrund ihrer Verkehrsqualität besonders für Hauptverbindungen des Radverkehrs beziehungsweise bei hohem oder erwartet hohem Radverkehrsaufkommen geeignet und einzusetzen.“ Von dieser Möglichkeit hat die Stadt Wels nun in der Traunuferstraße Gebrauch gemacht.

In einer Fahrradstraße haben Radfahrer in beiden Richtungen – auch als Linkskommende – Vorrang und dürfen auch nebeneinander fahren. Der motorisierte Verkehr darf, wenn zugelassen, nur zufahren oder queren. Die höchstzulässige Fahrgeschwindigkeit beträgt 30 Kilometer pro Stunde für alle Verkehrsteilnehmer. Das heißt also, auch Rennradfahrer dürfen nicht schneller als 30km/h fahren. Zusammengefasst ist eine Fahrradstraße also eine vorrangig für den Radverkehr vorgesehene Straße, die den Radfahrern eine sichere und schnelle Verbindung ermöglicht.

Mobilitätsstadtrat Stefan Ganzert: „Als zuständiger Referent möchte ich einen besonderen Schwerpunkt auf umweltfreundliche Mobilität legen, und Fahrradfahren ist dabei besonders wichtig! Aus diesem Grund freut es mich besonders, dass wir in Wels die erste Fahrradstraße im Bundesland eröffnen konnten. Denn die dort geltenden Regeln signalisieren deutlich: Radfahren hat immer Vorrang. Ich appelliere dennoch an alle Verkehrsteilnehmer, gegenseitig Rücksicht zu nehmen!“

Die Traunuferstraße besteht im genannten Abschnitt aus einer Fahrbahn mit einem parallel dazu getrennten Gehweg. Der Fahrradstraßen-Bereich in der Traunuferstraße ist rund 1,3 Kilometer lang und verläuft von der Alten Traunbrücke bis zur Höhe Kalkofenstraße vor der Osttangentenbrücke. Abgesehen vom Radverkehr ist die Traunuferstraße in diesem Abschnitt nur für den motorisierten Anrainerverkehr zugelassen.

Brücke Wels-Schleißheim
In Planung ist auch eine Geh- und Radwegbrücke über die Traun nach Schleißheim. Hier stellt sich der aktuelle Stand wie folgt dar: Nach der prinzipiellen Entscheidung für die Variante einer Holzbrücke mit Überdachung im heurigen Februar läuft momentan intern die Vorbereitung von verschiedenen Gestaltungsvarianten. Realistischer Fertigstellungstermin ist aus heutiger Sicht im Frühjahr 2025.

Fahrrad-Station offiziell eröffnet
Für den ÖAMTC als modernen Mobilitätsclub ist das Fahrrad wesentlicher Teil der nachhaltigen Mobilität und somit Teil der Bewältigung von Herausforderungen im Verkehr. Dazu hat der ÖAMTC einen Fahrrad-Pop-up-Stützpunkt bei der Alten Traunbrücke errichtet. Die Service-Stationen sind mit einer Aufhängevorrichtung, einer Luftpumpe und Werkzeug – wie Inbus- und Schraubenschlüssel beziehungsweise Reifenheber – zur Selbst-Reparatur bei kleineren Pannen ausgestattet. Die Idee dahinter ist eigentlich bereits 125 Jahre alt und geht bis auf die Gründung des ÖAMTC als Touring-Club zurück. Dabei wurden im Jahr 1897 Fahrradreparaturkästchen an Radwegen angebracht.

Informationen:
www.oeamtc.at/thema/fahrrad
www.wels.gv.at