Wien stellt auf eine gemeinsame Sammlung von Metall und Plastikflaschen um

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Stadträtin Ulli Sima und ARA Vorstand Christoph Scharff präsentieren das neue Sammelsystem.

Nach dem Motto „Aus ZWEI wird EINS“ fusioniert die Stadt Wien ihre gelben Tonnen für die Plastikflaschen und Getränkekartons mit den blauen Tonnen für die Metallabfälle zu einer gemeinsamen blau-gelben Tonne. Damit wird es sowohl für die Bürgerinnen und Bürger, als auch für die Stadt einfacher, denn mit dieser Maßnahme entfallen auch viele zusätzliche Transportkilometer.

In Wien können ab sofort Plastikflaschen, Getränkekartons und Getränkedosen bequem in der Gelben Tonne bzw, bei Einfamilienhäusern um Gelben Sack entsorgt werden. Mit Hilfe automatisierter Sortiertechnologie lassen sich die Altstoffe danach sortenrein trennen und dem umweltfreundlichen Recycling zuführen. „Mit der neuen gelb-blauen Kombi-Tonne für Plastikflaschen und Metalle wird das Mülltrennen noch einfacher, die Neuerung bringt mehr getrennte Altstoffe und damit mehr Recycling. Darüber hinaus sparen wir durch die Fusion rund 80.000 Transportkilometer, weil die Fraktionen nicht mehr von unterschiedlichen LKWs entsorgt werden“, erläutert Umweltstadträtin Ulli Sima die Maßnahme, die die größte Umstellung der getrennten Sammlung in Wien seit 15 Jahren ist.

Die Umstellung der Altstoffsammlung in Wien erfolgt gemeinsam mit der Altstoff Recycling Austria (ARA), die für die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verpackungen verantwortlich ist. „Die Mülltrennung wird für die Wienerinnen und Wiener noch bequemer: Die getrennte Vorsammlung im Haushalt entfällt, denn Plastikflaschen, Getränkekartons und Dosen wandern in einen gemeinsamen Vorsammelbehälter – und das spart Platz. Außerdem stehen mehr Standorte für die gemeinsame Sammlung der Verpackungen zu Verfügung, dadurch entfallen für die Wienerinnen und Wiener zusätzliche Wege zu den Sammelbehältern“, erklärt ARA Vorstand Christoph Scharff die Vorteile der Umstellung für die Bürgerinnen und Bürger.

Verbesserung bei Transportkilometern: Aus 3 Anfahrten wird 1
An mehr als 6.500 Standorten können die Wienerinnen und Wiener künftig bequem Plastikflaschen, Getränkekartons und Dosen in einer gemeinsamen neuen, gelb-blauen Tonne entsorgen. Die getrennte Sammlung ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, der für die Stadt Wien seit vielen Jahren zentral ist. „Bis dato mussten die Standorte für Altmetall und Plastikflaschen von zwei unterschiedlichen Müllsammelfahrzeugen angefahren werden. Durch die gemeinsame Sammlung der beiden Fraktionen in der neuen Gelben Tonne spart man daher Transportwege – rund 80.000 km jährlich und damit ca. 160.000 kg CO2-Äquivalente pro Jahr. Zusätzlich wurden die Liegenschaften, welche an die ÖKO-Box-Sammlung angeschlossen waren, extra angefahren um Getränkekartons abzuholen. Nun werden alle drei Abfallfraktionen gemeinsam transportiert“, unterstreicht Sima die Vorteile für den Klimaschutz.

Moderne Sortiertechnologien ermöglichen die Umstellung
Die Metalle werden mit Magneten und Metallabscheidern von den Plastikflaschen und den Getränkekartons getrennt. „Damit sich auch Aluminium, das an sich nicht magnetisch ist, erfassen lässt, wird eine durch induzierten Wirbelstrom in elektrisch leitfähigen Materialien hervorgerufen Kraftwirkung genutzt, mit deren Hilfe auch Buntmetalle wie Aluminium abgeschieden werden können.“, erklärt Ulrike Volk von der MA 48.
Der Restmüll, der in die Müllverbrennung geht und somit Wiener Haushalte mit Fernwärme und Strom versorgt, gelangt derzeit direkt in die thermische Verwertung“, so Volk. Also gilt nach wie vor, dass Metallabfälle und Aluminium im Restmüll nichts zu suchen haben. Abgesehen davon kann Aluminium aufgrund von Oxidationsprozessen des Buntmetalls zu Verpuffungen und damit zu Schäden in der Anlage führen, wodurch Reparaturen fällig werden. Die Getrennte Sammlung ist auch aus diesen Gründen notwendig.

Die Plastikflaschen werden automatisiert nach Farbe und Material sortiert. Die Getränkekartons werden über Sensoren und Gebläse ausgeschieden und ebenfalls getrennt recycelt, sodass aus Karton wieder Karton wird. Eisenmetalle werden über Magneten abgeschieden, Buntmetalle wie Aluminium werden über Wirbelstromabscheider abgetrennt. Damit ist sichergestellt, dass sowohl Plastikflaschen, Getränkekartons als auch Dosen getrennt voneinander stofflich verwertet werden können.
„Die modernen Sortieranlagen sind technisch schon so ausgereift, dass sie eine Sortierung von nahezu 100% schaffen“, erklärt Ulrike Volk.

Gesammelte Flaschen und Dosen werden wiederverwertet
„Recycling schont natürliche Ressourcen und entlastet damit die Umwelt, In PET-Getränkeflaschen steckt bereits durchschnittlich 30% Recyclingmaterial, in vielen Flaschen sogar 100%. Getränkekartons bestehen zu 75% aus nachwachsenden Rohstoffen, und das Recycling von Metalldosen spart im Vergleich zur Neuproduktion 95% Energie“, erläutert ARA Vorstand Christoph Scharff.

Tonnen bekommen neues Design
Ab sofort können in die bestehenden gelben Tonnen Plastikflaschen, Metalle und Getränkeverpackungen geworfen werden. Die Tonnen werden nach und nach optisch angepasst, die bisher gelben Tonnen bekommen einen blauen Ring sowie eine neue Beklebung. Die Blauen Tonnen – bisher ausschließlich für Dosen und Kleinmetalle vorgesehen – werden ab Oktober 2019 durch neue Gelbe Tonnen mit blauen Rand an der Einwurföffnung ersetzt.

Mehr Möglichkeiten zur getrennten Sammlung
Die Gesamt-Behälteranzahl von rund 19.000 in Wien bleibt gleich. Durch die gemeinsame Sammlung der drei Altstoff-Fraktionen ergibt sich jedoch ein Plus von rund 2.300 Standorten für die Sammlung von Dosen sowie ein Plus von rund 800 Standorten für Plastikflaschen und Getränkekartons.

Vielversprechender Pilotversuch im 15. Bezirk
In Wien werden jährlich rund 5.300 Tonnen Plastikflaschen und Getränkekartons sowie 2.300 Tonnen Dosen gesammelt. Erfahrungen aus anderen Städten sowie einem Wiener Pilotversuch im 15. Bezirk im Jahr 2018 haben eine Steigerung der Sammelmengen um 10-15 Prozent sowie weniger Fehlwürfe als Resultat gebracht. „Wir gehen daher für ganz Wien von einer ähnlichen Größenordnung im Vergleich zu 2018 aus. Wir sammeln mehr und brauchen dafür weniger LKW-Fahrten. Das ist gut für die Menschen, gut für Wien und gut für die Umwelt und den Klimaschutz, über den alle reden – wir handeln. Und das seit vielen Jahren“, betont Stadträtin Sima.

So schaut die neue Sammelfamilie für Altstoffe nun aus:
In Wien gibt es insgesamt 220 000 Altstoffbehälter für die getrennte Sammlung. Aufgrund der Zusammenlegung der Blauen und der Gelben Tonne in eine Kombi-Tonne gibt es künftig fünf statt bisher sechs Leitfarben am Behälterdeckel und auf der Beklebung:

Gelb/Blau für Plastikflaschen, Getränkekartons und Metalle
Rot für Altpapier
Braun für biogene Abfälle
Grün für Buntglas
Weiß für Weißglas

Das gehört in die gelb-blaue Kombi-Tonne:
Plastikflaschen für
• Getränke (PET-Flaschen)
• Wasch- und Putzmittel (Haushaltsreiniger, Weichspüler, …)
• Körperpflegemittel
• sonstige Lebensmittel (Speiseöl-, Essig-, Milch-, Joghurtflaschen, …)
• destilliertes Wasser, Kühlmittel und Sonstiges (bitte kein Motoröl!)
Dosen, kleinteilige Metalle
• Getränkedosen
• Konservendosen für Lebensmittel oder Tiernahrung
• Menüschalen aus Metall (Fertiggerichte, Tierfutter, …)
• andere Metallverpackungen (Verschlüsse, Deckel, Tuben, Alufolie)
• kleinteilige Metalle (Durchmesser kleiner als 20 cm, nicht spitz und nicht scharf, keine Drähte, keine Batterien!)
Getränkekartons
• Milch- und Saftpackerln
• Getränkekartons für Wein etc.

Alle Infos auf www.abfall.wien.at

Quelle: Stadt Wien/MA48, Foto: PID/Christian Fürthner