Wien tauscht 80.000 Lampen aus

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Startschuss für Phase 2 des Lampentauschs in Wien-Ottakring: Bezirksvorsteher Franz Prokop und Stadträtin Ulli Sima. Foto © PID/Christian Fürthner

Ein Megaprojekt ist in der Stadt Wien gestartet: Alle Ansatzleuchten, also jene Lampen, die an einem Mast befestigt sind, werden bis zum Jahr 2026 getauscht. Durch die Verwendung moderner LED-Leuchten wird eine Energieeinsparung erzielt; es kommt zu mehr Verkehrssicherheit und nebenbei auch zu weniger Lichtverschmutzung. Entwickelt wurden die neuen Leuchten von der MA 33 – Wien leuchtet.

Die erste Phase der Umrüstung ist schon abgeschlossen. Dabei wurden bis zum Ende des Jahres 2020 rund 50.000 Seilhängeleuchten umgerüstet, damit kann die Stadt jährlich 11,3 Millionen Kilowattstunden Strom einsparen. Das ist so viel wie 2.500 Haushalte in einem Jahr verbrauchen.
„Der Tausch der Lampen ist ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz, denn allein in Phase 1 konnte durch den Tausch der Seilhängeleuchten in LED-Lampen 60% bisher benötigten Energie eingespart werden, wir sparen damit mehr als 700 Tonnen CO2 pro Jahr ein – ein aktiver Beitrag für die Klimamusterstadt“, so die für die Beleuchtung zuständige Stadträtin Ulli Sima.
Nach den Seilhängeleuchten sind nun die 80.000 Ansatzleuchten an der Reihe. Die Stadt erwartet, dass mit dem Tausch auf LED-Lampen nur mehr die Hälfte der Energie benötigt wird.

Eine der wichtigsten Aufgaben der öffentlichen Beleuchtung ist es, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Durch die neuen Leuchten wird eine hochwertige, gleichmäßige Helligkeit von Straßen und Gehwegen erzeugt, die für eine gute Wahrnehmung von Verkehrshindernissen sorgt. Künftig werden alle Leuchten in einem Straßenzug dieselbe Lichtfarbe von 3.000 Kelvin (warmweiß) haben. Konfliktzonen wie ungeregelte Kreuzungen und Schutzwege werden intensiver mit 4.000 Kelvin (neutralweiß) beleuchtet, das entspricht in etwa der Farbtemperatur des Mondlichts.

Schutz für Insekten
Neben der Energieeinsparung bringen die neuen Leuchten für viele Wiener und Wienerinnen auch einen besseren Schlaf, da durch die verbesserte Lichtführung weniger Licht in die Wohnräume eindringt. Die direkte Aufhellung des Nachthimmels wird vermieden.
Über die neuen Leuchten freuen sich auch die Insekten: Bei einer Studie auf der Donauinsel konnte nachgewiesen werden, dass neue LED-Leuchtmittel, die nach unten leuchten, um rund 80 Prozent weniger Insekten anziehen im Vergleich zur alten Beleuchtung. Dadurch verbessern sich die Überlebenschancen von Insekten deutlich.

Eigenproduktion der MA 33
Die dafür zuständige Abteilung, die MA 33- Wien leuchtet, hat mangels geeigneter Leuchtmittel-Modelle am Markt selbst welche entwickelt, die den hohen Anforderungen an die öffentliche Beleuchtung in Wien gerecht werden. Die Eigenentwicklung hat zudem den Vorteil, dass die Rechte an den Leuchten bei der Stadt liegen und Wien nicht an einen bestimmten Hersteller gebunden ist.

Die neuen Leuchten sind modulartig aufgebaut und weisen so die nötige Flexibilität für den ständigen Technologiewandel auf. Durch geringe Wartungskosten und eine lange Lebensdauer sind sie den betrieblichen Anforderungen einer Großstadt optimal angepasst.