Wilde Natur in der Gemeinde

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Natur in der Gemeinde zu Besuch in Obertrum im Bild: Lisa Fichtenbauer, Bürgermeister Simon Wallner, Landesrätin Maria Hutter, Carolin Klar, Foto: Land Salzburg / Neumayr – Leopold

Im Bundesland Salzburg startete Ende September die Aktion „Natur in der Gemeinde“. Den Anfang machte die Salzburger Gemeinde Obertrum am See – dort werden aus Grünflächen sukzessive „Buntflächen“ mit großer Artenvielfalt.

Bei strahlendem Frühherbstwetter präsentierte Landesrätin Maria Hutter kürzlich den nächsten Aktionsteil des Erfolgsformats „Natur in Salzburg“. Dabei werden Flächen in den Orten naturnah begrünt, um die Artenvielfalt zu fördern. Die Premiere feierte Obertrum am See, wo bereits auf ersten Flächen von den Mitarbeitern des Bauhofs regionales Saatgut ausgebracht wurde. „Da viele heimische Pflanzen mehrjährig sind, brauchen wir zwar ein wenig Geduld, aber dafür wird die Fläche jedes Jahr anders aussehen. Die Natur ist dynamisch, Wetter und Jahreszeiten bestimmen das Erscheinungsbild. Was gibt es Schöneres?“, schwärmt Landesrätin Maria Hutter und fügt hinzu: „Verkehrsinseln mit dem Erscheinungsbild eines brav gemähten Golfplatzrasens sollen umgestaltet werden zu Blumenwiesen. Das sieht hübsch aus, ist aber vor allem wertvoller Lebensraum. Aus Grünflächen werden Buntflächen.“

Förderung der Artenvielfalt
Naturnahe Bewirtschaftung bringt mehr Artenvielfalt in den Ort und spart gleichzeitig Zeit und Geld. Im Vergleich zur konventionellen Grünraumpflege benötigt man bei naturnaher Bewirtschaftung langfristig weniger Pflege: Die Natur erhält sich quasi selber. „Jede Gemeinde besitzt Flächen, die sich in einen naturnahen Raum umgestalten lassen. Dies erfordert fachliches Wissen, einen guten Plan sowie Kommunikation mit der Bevölkerung“, so Obertrums Bürgermeister Simon Wallner.

Gut für Land, Leute und Tiere
Gemeinden des Netzwerks „Natur in der Gemeinde“ werden drei Jahre vom Naturschutzreferat des Landes kostenlos und professionell auf dem Weg zu mehr Biodiversität begleitet. Sie handeln damit als Vorbilder und erhöhen so auch das Naturbewusstsein ihrer Bürgerinnen und Bürger. „Durch ein Umdenken können wir langfristig strukturreiche Lebensräume schaffen und erhalten und somit unsere Lebensqualität erhöhen“, betont Hutter. Die Kriterien für das Netzwerk „Natur in der Gemeinde“ sind ein Verzicht auf Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Torferde sowie die Verwendung von heimischen Pflanzen, Stauden und Gehölzen sowie regionalem Saatgut.

Neben Obertrum machen noch weitere Salzburger Gemeinden mit: Göming, Oberalm, St. Koloman und Weißbach bei Lofer.